Kirchen: Evangelisch-Lutherische Kirche (ELCT) - 09/2013

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Neue Bischöfe, neue Diözesen

Zum neuen Bischof der Nord-Zentraldiözese (Arusha) wurde Pfarrer Solomon Masangwa gewählt. Er folgt nach langer Vakanz dem verstorbenen Bischof Thomas Laizer. Sein Stellvertreter wird Pfarrer Gideon Kivuyo sein.

Pfarrer Nicolaus M. Nsanganzelu wurde zum Bischof der Mbulu-Diözese gewählt und erhielt die Bischofweihe im Januar 2014.

Pfarrer Joel Mwenda wurde zum ersten Bischof der neu errichteten ELCT-Diözese Ruvuma geweiht. Ruvuma, bisher Missionsgebiet der Süddiözese (Njombe) wurde damit zur 23. Diözese der ELCT. Stellvertretender Bischof wird Pfarrer Lawrence Ng'umbi.

Pfarrer Ambele A. Mwaipopo (bisher Konde-Diözese) wurde zum ersten Bischof der neuen Tanganyikasee-Diösese (Rukwa / Katavi – Region) gewählt. Sein Stellvertreter ist Pfarrer David Masaoe.

DN 24.07.14; ELCT Press Release 07.04.; 05,.05.; 24.,28.07.14

Neues Frauenzentrum bei Dodoma

Der Leitende ELCT-Bischof Dr. A. Malasusa setzte eine Kommission ein, die ein Zentrum für Frauenarbeit nahe Dodoma vorbereiten soll. Es soll eine Forschungseinrichtung zu Frauengesundheit, ein Mädchen-Internat und eine Tagungsstätte beherbergen.

ELCT Press Release 28.04.14;

Neue Mitglieder-Statistik

ELCT Generalsekretär B. Killewa gab bekannt, dass die ELCT von 2012 bis 2013 um 201.225 Mitglieder, das entspricht 3,3%, gewachsen ist. Der Vergleich mit früheren Jahren zeigt, dass sich das Wachstum der ELCT etwas verlangsamt hat: 2008 und 2009 jeweils 7% Zunahme, 2010: 5,6%, 2011 und 2012 jeweils 5,4%. Ende 2013 zählte die ELCT 6.341.103 Mitglieder.

ELCT Press Release 07.05.14

Diakonie: Eintreten für Albinos

Der lutherische Bischof der ELCT-Diözese südöstlich des Victoriasees (gegründet 2013) , E. Makala, äußerte sich zu erneuten Gräueltaten gegen Personen mit Albinismus. Er sieht in den Vorfällen ein geistliches Problem, das nicht allein mit polizeilichen Mitteln gelöst werden kann. Die Wurzeln des Übels seien Angst, Unwissenheit, Gier und Aberglaube. Davon könne das Evangelium frei machen. Der christliche Glaube fördere die Einsicht, dass alle Menschen Geschöpfe Gottes sind und gleiche Bedürfnisse und Rechte haben. Der Bischof nannte drei Dörfer in der Shinyanga-Region, wo nach der Taufe von mehreren Tausend Personen die Mordanschläge deutlich zurückgingen. Bischof Makala regte an, für die Verteidigung der Menschenrechte gegen abergläubische Verirrungen ein Sonderprogramm aufzustellen wie das gegen die Wilderei in den Nationalparks.

Die kirchlichen Heime für Albinokinder, die verstoßen wurden oder aus Angst vor Gewalttaten von zu Hause geflohen sind, brauchen mehr Unterstützung. So helfe seine lutherische Kirche dem Waisenhaus katholischer Schwestern in Shinyanga (260 Albino-Kinder).

ELCT Press Release 13.05.14; Uhuru na Amani 2014/1

Kirche und Umweltschutz

Bei einer Konsultation der tansanischen und deutschen (VELKD) lutherischen Bischöfe trat der bayerische Bischof Dr. H. Bedford-Strohm für ein deutliches Engagement religiöser Gemeinschaften für Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit ein. Stichpunkte aus seinem Vortrag über „Armut, Reichtum und Ökologie“:

  • Umweltschutz, besonders bei Energieverbrauch und Plastikmüll
  • Die dominierenden Wirtschaftsformen verursachen Stürme, Dürreperioden und Überschwemmungen
  • Die sich weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich innerhalb einzelner Länder und zwischen den Ländern schürt Unfrieden und verhindert nachhaltiges Wirtschaften
  • Die globalisierte Wirtschaft darf die Ungerechtigkeiten der Kolonialzeit nicht fortschreiben
  • Märkte brauchen Rahmenbedingungen für ein Minimum an Fairness
  • An Stelle einer „Kultur der Gier“ muss eine menschenzentrierte Wirtschaft treten. Kirchen sollen dafür Modelle und Beispiele entwickeln
  • Jenseits dogmatischer Differenzen sollen die Christen offen für den Schutz der Schöpfung und der Menschenrechte eintreten und dabei ihre globale Präsenz nutzen

Bischof M. Adam weihte in der Diözese in der Region Mara die tausendste Biogas-Anlage ein, die von der ELCT im Rahmen ihres Programms „Leben und Umwelt“ zur Verfügung gestellt wurde. Solche Anlagen ersparen vor allem Frauen und Mädchen viel Mühe bei der Brennholzbeschaffung, ferner Kosten und Umweltbelastung bei Kochen und Beleuchtung.

ELCT Press Release 06.05.14; Uhuru na Amani 2014/1


Stellungnahme zur Verfassungsreform

Bischof Dr. B. Bagonza (ELCT Karagwe-Diözese) erläuterte bei der Bischofskonsultation [s.o.] die derzeitige Verfassungsdiskussion und nannte als kontroverse Themen:

  • Regierungsform (2 oder 3 Regierungen);
  • Staatsreligion oder religiöse Neutralität des Staates, wichtig für die Zulässigkeit religiöser Gerichte (kadi-Verfahren)
  • Begrenzung der Amtszeit für Parlamentarier auf maximal 15 Jahre
  • Einschränkung der Machtbefugnisse des Staatspräsidenten
  • Möglichkeit, einen unfähigen Abgeordneten vorzeitig abzuwählen.
  • Möglichkeit für das Parlament, den Präsidenten bei schwerem Fehlverhalten abzusetzen

Der Bischof führt die Konflikte in der VV u.a. darauf zurück, dass unklar ist, ob die bestehende Verfassung überarbeitet oder eine grundsätzlich neue Verfassung erarbeitet werden soll. Er favorisiert Letzteres, da mit Mehrparteiensystem, Privatwirtschaft und erneuter Diskussion der Union von Festland und Sansibar viele Voraussetzungen der alten Verfassung überholt seien. Anders die kath. Bischofskonferenz [s.o.Verf.-Reform].

Uhuru na Amani 2014/1

Gesundheitswesen

Das Christliche Kilimanjaro-Krankenhaus (KCMC) in Moshi erhält neue Gebäude für Betten und für ambulante Behandlung. Die Investition wird mit einem TZS 2 Mrd.-Kredit der Nationalen Krankenversicherung finanziert. Das für 450 Betten ausgelegte Krankenhaus muss derzeit etwa 600 Patienten unterbringen.

Die Palliativpflege wurde in allen 20 Krankenhäusern der ELCT eingeführt. Die ersten Erfahrungen wurden im Hospiz des Selian-Hospitals ab 1999 gesammelt. Ab 2006 konnte die Kirche die Hospiz- und Palliativarbeit mit amerikanischer Unterstützung intensivieren. Ärzte, Pflegepersonen, Pfarrer und Sozialarbeiter/innen konnten einschlägige Kurse besuchen und sich qualifizieren. In zähen Verhandlungen mit dem Gesundheitsministerium erreichten die Fachleute der ELCT, dass alle kirchlichen Krankenhäuser jetzt auch Morphin an Schwerkranke verabreichen dürfen.

Uhuru na Amani 2014/1