Kinder in prekären Verhältnissen - 05/2014

Aus Tansania Information
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Straßenkinder

Ein Bündnis von Kinderschutz-Organisationen führt seit 2012 ein UNESCO-Programm für Straßenkinder durch. 85 Kinder, darunter 75 Mädchen, wurden in Dar-Es-Salaam aufgefangen und in ihre Heimat zurückgeführt. Kinder, die ohne Familie leben, werden möglichst frühzeitig identifiziert und erhalten in „Komm-rein-Zentren“ Nahrungsmittel, sowie Beratung und schulische und soziale Förderung. Familien, die entlaufene Kinder zurücknehmen, erhalten psychosoziale Beratung und Tshs 50.000 als Starthilfe. Außenmitarbeiter halten telefonischen und Besuchskontakt mit den betroffenen Kindern. .Auch die lokalen Sozialbehörden werden auf die Probleme hingewiesen. Kinder, die nicht in ihre Herkunftsfamilie zurückkehren wollen, können in Fördergruppen mit Gleichaltrigen zusammen leben. Eine Projekt-Sprecherin sagte, häufig liefen Kinder wegen Missbrauchs oder Gewalterfahrungen von zu Hause weg. Die Zahl der Straßenkinder allein in Dar-Es-Salaam wird auf 4500 geschätzt.

Neun Jungen der „Tansania-Straßenkinder“ aus Mwanza flogen zum zweiten „Street-Child-World-Cup“ nach Rio de Janeiro. 14- bis 17-Jährige aus 19 Ländern trafen sich in Brasilien zu Fußball-Wettkämpfen, kreativer Arbeit und einer Kinderkonferenz. Damit sollen die Straßenkinder Aufmerksamkeit bekommen, Vorurteile bekämpft und Kinderrechte gestärkt werden. Die Kampagne der Kinderrechte-Organisation „Save the Children“ will bis 2034 erreichen, dass keine Kinder mehr auf der Straße leben müssen. Das tansanische Team der „Tanzania Street Children Sports Academy Mwanza“ besiegte die Kollegen aus Nikaragua, USA (6:1) und Argentinien (3:0) und erkämpften im Finale den Weltpokal mit einem 3:0 – Sieg über Burundi. Die „Helden“ wurden bei ihrer Rückkehr von der stellvertretenden Sportministerin mit Lob und Blüten überschüttet. Das Team wurde zur Verfassunggebenden Versammlung nach Dodoma und zu einer Dinner Party des Premierministers eingeladen.

DN 21.01.; 20.,26.,28.03.; 03.,10.,14.04.14;

Kinderarbeit

Das Arbeitsministerium gab bekannt, dass Kinderarbeit in Tansania weiterhin ein Problem sei. In den Regionen Kigoma und Tanga arbeiten etwa 8000 Kinder zwischen 5 und 7 Jahren unter gefährlichen Umständen. Mehr als 7000 15- bis 17-Jährige arbeiten dort in Haushalten, Farmen oder im Bergbau. Hauptursache sei die Armut vieler Familien. Die betroffenen Kinder verlassen häufig vorzeitig die Schule. Sie sind oft gefährdet durch Chemikalien, Infektionen, Misshandlungen, sexuelle Belästigung, schwere Lasten und Unfälle. In den genannten Regionen bemüht sich die mit USD 10 Mill. von den USA unterstützte Organisation WEKEZA um Assistenz für Familien und Kinder. Die Arbeitsschutz-Behörden müssten die Kontrollen verstärken, faire Bezahlung durchsetzen, Waisen angemessen unterstützen und sicherstellen, dass Schulbildung wirklich kostenfrei ist. Die extremen Einkommensunterschiede zwischen Arm und Reich machen gerade Kinder, die arbeiten müssen, besonders verwundbar und leicht auszubeuten.

Unter- und Fehlernährung

Der NRO-Zusammenschluss „Policy Forum“ teilte mit, dass 2013 in Tansania 43.000 Kinder an Unterernährung gestorben seien. Mit 2,3 Millionen unter- oder fehlernährten Kindern liege Tansania an drittletzter Stelle in Afrika. Regierung, Kirchen und NRO müssten vor allem den Wissensstand der Bevölkerung in Ernährungsfragen verbessern.

Seltsame Massenerkrankung

Im Katavi-Distrikt (Rukwa-Region) brach in einer Grundschule eine Massenhysterie unter den Schülerinnen aus. Jungen waren nicht betroffen. Die Mädchen bekamen starke Krämpfe und fielen in Ohnmacht. Die Symptome zeigten sich zunächst in den Oberklassen, dann auch bei Jüngeren. Die Betroffenen wurden mit Valium behandelt.

Homepages

Save the Children: www.savethechildren.de; Street Child World Cup: streetchildworldcup. org/teams/tanzania; Tanzania Street Children: tscacademy.org; www.mirpace.org/kuleana.htm; Policy Forum: www.policyforum-tz.org;

DN 27.02.; 10.14.,04.14; Guardian 03.09.13; 10.04.14