Kikwete zum Vorsitzenden der AU gewählt, zur Rolle der AU - 03/2008

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Beim zehnten Gipfeltreffen der African Union (AU) wurde Präsident Kikwete einstimmig für das turnusmäßig wechselnde Amt des Vorsitzenden gewählt.

Er nahm das Amt an und versprach in seiner Ansprache, die er in Swahili hielt, er werde hart arbeiten, um das Image zu verändern, das Afrika im Augenblick habe. Es gelte als Region der Bürgerkriege, der politischen Turbulenzen und des Mangels an Stabilität. "Trotz der enormen Ressourcen des Kontinents kommen viele schlechte Nachrichten aus Afrika. Es ist meine Hoffnung, dass wir das umkehren können", sagte er. "Wir (die afrikanischen Nationen) müssen uns enger zusammenschließen und mit einer Stimme sprechen, wenn es um den herrschenden unfairen globalen Handel und das finanzielle Rahmenwerk geht."

Die Situation in Kenia sei absolut inakzeptabel. Afrika müsse die Führung übernehmen, damit Kenia aus dem Sumpf, in dem es sich befinde, gerettet wird. "Kenia ist Ostafrikas Kraftwerk. Wir (die Afrikaner) sollten nicht zulassen, dass es einen Totalschaden erleidet." Er versprach auch, der Lösung der Konflikte in Somalia, an der Elfenbeinküste, im Sudan und in der Demokratischen Republik Kongo angemessene Aufmerksamkeit zuzuwenden. Kikwete lobte seinen Vorgänger, John Kufuor aus Ghana. Er habe den 43 Mitglieder zählenden kontinentalen Verband mit starker Hand geführt.

Das Thema dieses Gipfeltreffens war Industrialisierung in Afrika, aber Kenia und andere Konflikte des Kontinents beherrschten die Gespräche. (DN 31.1.08)

Das tansanische Parlament begrüßte die Wahl Kikwetes. Ein Abgeordneter forderte die Tansanier auf, den Präsidenten beim Wahrnehmen seiner Verpflichtungen, der Verbesserung der Lage Afrikas, so gut wie irgend möglich zu unterstützen. (DN 6.2.08)

Kommentar

Die Wahl eines seiner Präsidenten zum neuen Vorsitzenden der AU ist für Ostafrika eine Energiespritze. Die Einwohner erwarten, dass die Krise in Kenia, neben anderen wichtigen Gebieten wie Darfur und Chad, unverzüglich Beachtung findet. Kenner meinen, wenn Kenia vom eingeschlagenen demokratischen Weg abweicht, und die AU versäumt, etwas zu unternehmen, dann verbreite sich die Ansicht, alle kommenden Wahlen könnten die Gefahr, zu gewaltsamen Konflikten auszuarten, in sich bergen. Das wird sich negativ auswirken auf Investitionen und Afrikas internationale Stellung ganz allgemein. Die AU, oft als zahnlose Bulldogge erlebt, muss gegen dieses Image angehen, lauter bellen und, wenn nötig, sogar beißen. (...) Beobachter meinen, Kenia gleiche einem Haus, das bekannt geben muss 'wegen Renovierungsarbeiten vorübergehend geschlossen'. EAC und AU sollten für die Renovierung die höchsten Angebote machen. (...) Jetzt, wo die AU bei uns ist, müssen wir für Demokratie sorgen. Demnächst wird in Zimbabwe gewählt, Ruanda wählt sein Parlament im Sept. 2008, 2010 den Präsidenten, Burundi und Tansania im selben Jahr das Parlament und den Präsidenten, 2011 beschließt Uganda den Reigen. (East African Business Week 11.2.08)