Infrastruktur, Verkehr - 07/2021

Aus Tansania Information
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Neue Bahnlinie Mwanza – Isaka

Präsidentin Samia legte Mitte Juni in Mwanza den Grundstein für die Bahnstrecke bis Isaka bei Singida. Der Abschnitt ist Teil der neuen Normalspurbahn, die Dar es Salaam mit Mwanza sowie mit Ruanda verbinden soll. Derzeit ist der erste Bauabschnitt von Dar es Salaam bis Morogoro fast fertiggestellt, der zweite Abschnitt von Morogoro über Dodoma bis Makutupora ist im Bau.

Die Regierung hat jetzt Tsh 376 Mrd. (€ 137 Mio.) für den Bau freigegeben. Laut Bahndirektor Masanja Kadogosa ist die Streckenplanung zu 90% abgeschlossen; ein Großteil der Strecke wird auf dem Gelände der jetzigen 1-Meter-Bahn aus der deutschen Kolonialzeit entstehen, sodass er nicht mit allzu großen Kosten für Entschädigungen rechnet. Der Auftrag wird von 2 chinesischen Firmen ausgeführt, indes die beiden ersten Abschnitte in türkisch-portugiesischer Zusammenarbeit entstehen.

Citizen 09.06.21, DN 14.06.21

Hafen setzt auf Entlastung durch neue Bahn

Der Leiter der Hafenbehörde Eric Hamisi rechnet mit einer deutlichen Entlastung der Häfen Tansanias, sobald die neue Bahnstrecke ihren Dienst aufnimmt. Zukünftig soll ein Großteil der Container über die Bahn, anstelle der Straße, vom und zum Hafen Dar es Salaam transportiert werden. Derzeit sind die Zufahrten zum Hafen durch die Vielzahl der Lkws dauernd verstopft, was auch die Güterabfertigung im Hafen selbst behindert. Längs der Bahnstrecke werden sogenannte Trockenhäfen eingerichtet, von wo der Umschlag vom Zug auf Lkws erfolgen kann. Solche Umschlagplätze sind jetzt bei Morogoro und Isaka geplant. Hamisi kündigte auch günstigere Frachtpreise an, da Bahntransport um 40% günstiger als Straßentransport sei.

DN 24.06.21

Neue Verhandlungen über das Hafenprojekt Bagamoyo

Die tansanische Regierung hat die Gespräche mit chinesischen Investoren über das Hafenprojekt in Bagamoyo wieder aufgenommen. Präsident Kikwete hatte Verhandlungen über den Bau eines Hafens bei Bagamoyo 70 km nördlich von Dar es Salaam im Jahr 2011 begonnen. 2015 waren dann Verträge zwischen Tansania, chinesischen Firmen und dem staatlichen Vermögensfond von Oman unterzeichnet worden. Neben dem Hafen umfasste die Planung auch eine Sonderwirtschaftszone, in der zahlreiche Fabriken für die Exportproduktion entstehen sollen. Insgesamt sollten 10 Milliarden US-Dollar investiert werden.

Sofort nach seiner Wahl hatte Präsident Magufuli im Jahr 2016 die Verträge storniert und bezeichnete die Bedingungen als einen „Ausverkauf Tansanias“. 2019 wurde neu verhandelt und Magufuli verlangte die Streichung einer Reihe von Bedingungen; dies betraf die gänzliche Überlassung des Hafens an die China Merchants Holding International (CMHI) auf 33 Jahre (zu verlängern, wenn die Investitionskosten in dieser Zeit nicht erwirtschaftet werden) und weitgehende Steuerbefreiungen für CMHI. Ein Hauptkritikpunkt der Abmachung war die Verpflichtung Tansanias, seine sonstigen Häfen (Tanga, Dar es Salaam und Mtwara) nicht weiter auszubauen. 2020 brach Magufuli dann die Verhandlungen ab mit der Begründung, nur ein Betrunkener könne sich auf die chinesischen Bedingungen einlassen. Seither wurden Erweiterungen an den Häfen von Dar es Salaam, Tanga und Mtwara vorgenommen.

Offenkundig gab es gegen den Abbruch des Projekts Bedenken in Tansania, die aber niemand gegen den Kurs von Präsident Magufuli offen äußerte. In den Haushaltsberatungen nach dem Tode Magufulis wurde im Parlament wiederholt die Frage gestellt, ob man sich das Thema nicht noch einmal vornehmen solle. Im April gab dann ein Minister bekannt, dass die Regierung unter Präsidentin Samia Suluhu Hassan bereit sei, das Projekt wieder aufzunehmen, sofern die strittigen Bedingungen beseitigt werden.

DN 27.06. + 28.06.21, Jamiiforums 10.04. + 26.06.21, Constructionreviewonline.com 15.04.21

Gasversorgung in Lindi

500 Haushalte in der Stadt Lindi sollen an ein Leitungsnetz für Erdgas angeschlossen werden. Dies ist das erste Projekt, in dem Privathäuser in Tansania in eine Gasversorgung einbezogen werden. Es hatte sich durch die Coronaepidemie verzögert, da ausländische Monteure nicht anreisen konnten. Erdgas wird bisher im Meer beim südlichen Mtwara gefördert. Eine Pipeline verbindet Mtwara mit Dar es Salaam, wo das Gas bisher hauptsächlich für Stromproduktion, aber auch für den Vertrieb als Flaschengas genutzt wird.

Mwananchi 22.06.21

Verkehrsunterricht im Hauruckverfahren

Am 17. Juni wurde kurzfristig der Fahrplan aller Fernbusse in Dar es Salaam verzögert. Als die Fahrer der Fernbusse in der Frühe am neuen Zentralen Busbahnhof eintrafen, um 6 Uhr ihre Fernreisen anzutreten (in Tansania sind Nachtfahrten vor 6 Uhr nicht erlaubt), wurden sie zu einer von der Verkehrspolizei angesetzten Versammlung einberufen. Hier wurde ihnen die Bedeutung der Verkehrszeichen in Erinnerung gebracht und sie wurden über die geltenden Regeln auf dem neuen Busbahnhof informiert. Sie konnten dann ab 7.20 Uhr abfahren. Der Manager des Busbahnhofs teilte mit, dass die Versammlung eigentlich um 5 Uhr stattfinden sollte, aber die Referenten hätten sich leider etwas verspätet gehabt.

Mwananchi 17.06.21

Busse stillgelegt

Die Verkehrspolizei zog in Mbeya eine Reihe von Fernbussen aus dem Verkehr. Bei einer Inspektion auf dem Busbahnhof wurde 17 von 32 Bussen die Weiterfahrt untersagt. Bei 12 Bussen wurden die Kennzeichen entfernt und die Fahrzeuge zur Werkstatt geschickt. Bei weiteren 5 Bussen wurden kleinere Mängel festgestellt, die vor Reiseantritt zu beseitigen waren. Die Inspektion wurde in Gegenwart des nationalen Kommandanten der Verkehrspolizei durchgeführt. Warum ohne dessen Anwesenheit der Zustand der Busflotte noch nicht überprüft worden war, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Guardian 10.06.21

Air Tanzania erweitert Flotte

Transportminister Chamuriho gab bekannt, dass die nationale Fluggesellschaft weitere drei Flugzeuge erwirbt, eine Bombardier und zwei Airbusse. Die Ausschreibung von fünf weiteren Maschinen ist im kommenden Jahr vorgesehen. Die Regierung werde eine Regelung für die Schulden der Gesellschaft finden. Der Minister ging anscheinend nicht auf die Kritik ein, die der Oberrechnungsprüfer Kichere im April am Management während der Coronakrise, der Auswahl der Vorstandsmitglieder und am Anhäufen eines Schuldenberges vorgetragen hatte.

Guardian 14.06.21

Datensicherheit im Mobilen Telefonnetz

Der Minister für Kommunikation und Informationstechnologie F. Ndugulile forderte die Mobiltelefongesellschaften auf, den Schutz der Kundendaten zu verbessern. Laut Ndugulile häufen sich die Fälle von Betrug über das Mobiltelefon, wobei die Betrüger oft detaillierte Informationen über Daten der Kunden einschließlich ihrer mobilen Guthaben hätten. Dies sei nur möglich, wenn Mitarbeiter der Telefonfirmen mit Betrügern zusammenarbeiten.

Guardian 09.06.21