Industriebetriebe und Industrieprodukte - 03/2013

Aus Tansania Information
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Industrialisierung des flachen Landes

Ein Abgeordneter fragte im Parlament, ob die Regierung willens sei, mehr Industriebetriebe einzurichten, um die Landflucht zu bremsen. Der Minister für Finanzen und Wirtschaft sagte, Priorität der Regierung sei, das Investitionsklima im ganzen Land zu verbessern. Für Energiegewinnung in der Singida-Region habe sie 136 Mio. US$ bereitgestellt, damit Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte u.a. ermöglicht würden, die Landflucht sinke. Die Regierung unterhalte keine Betriebe mehr. Statt dessen schaffe sie gute Bedingungen, damit der private Sektor in Industriebetriebe auf dem Land investieren könne. (DN 30.1.13; Guardian 30.1.13)

Autoreifen

Um die riesige Autoreifen produzierende Firma General Tyre East Africa (GTEA) wiederzubeleben, unterstellte sie die Regierung der National Development Corporation (NDC). Diese wird mit dem National Social Security Fund (NSSF) kooperieren.

Die GTEA wurde 1969 gegründet, wobei Regierung und General Tyre USA als Partner agierten. In den 1970er und 1980er Jahren war GTEA eines der größten Werke in Tansania, bis General Tyre USA seine Anteile an die deutsche Continental AG verkaufte.

2005 erhielt die Firma von der NSSF 10 Mio. US$ als Darlehen. Doch die Schulden stiegen auf 14 Mio. US$. Die Firma wurde geschlossen. Da wies der Präsident die NLD an, Investoren zu suchen, die die Firma wiederbeleben. NSSF ist willens, in die Firma zu investieren, egal, ob man die nötigen Mittel aufbringen kann, oder zusätzlich Investoren suchen muss, wichtig sei, dass GTEA die Produktion wieder aufnimmt,

Während ihrer Blütezeit fertigte die Firma pro Tag ca. 1.000 Autoreifen. Sie belieferte Ost- und Zentralafrika. Ende der 1990er Jahre, als importierte und Seconhand-Autoreifen den Markt Tansanias überschwemmten, begann der Niedergang. (DN 4.4.12)

Alkoholische Getränke

Die Biersorte Ndovu Special Malt der Tanzania Breweries Ltd. (TBL) erhielt die Qualitätsauszeichnung Gold für 2012. Damit ist dieses Bier eines der am besten bewerteten Biersorten der letzten beiden Jahre. (Citizen 24.4.12)

Illovo Zucker errichtet bei der Kilombero-Sugar eine Destillieranlage für Alkoholika. Dadurch steigt die Alkohol-Produktion der Firma um 12 Mio. l pro Jahr. Die Anlage wird die gesamte in der Kilombero-Sugar anfallende Melasse verarbeiten, den Markt Ostafrikas mit hochwertigen Alkoholika versorgen. Kilombero Sugar ist Tansanias größte Zuckerfabrik. (Citizen 2.8.12)

Hennessy, der weltbekannte Cognac-Produzent, drang als scharfer Konkurrent in den Markt der alkoholischen Getränke Ostafrikas mit seinen mehr als drei großen Firmen ein. Zu ihnen gehören die Tanzania, die Serengeti und die East African Breweries Ltd., ferner die Tanzania Distilleries Ltd. und Qway International in Dar-es-Salaam. Ein Hennessy-Repräsentant sagte, Tansania habe auf dem Alkoholika-Markt Afrikas nach Nigeria, Südafrika, Kenia und Sambia die größte Leistungskraft. (East African Business 19.11.12)

Die Saft produzierende Firma O.K.Holdings in Bagamoyo (Küsten-Region) errichtete eine Destillieranlage. Sie will ihre Alkoholika in ganz Ostafrika vertreiben. Bananen, Zitronen, Limonen und Ananas sowie Zuckerrohr baut sie nicht selbst an, sondern kauft den Rohstoff von den Landwirten. Sie bekommen nun einen besseren Preis. Die Firma will neue Maschinen aufstellen, um die Produktion zu steigern und um unterschiedliche Alkoholika zu produzieren. Außerdem entstehen mehr Jobs.

Der Direktor der Firma sagte, auch die Touristen seien eine Zielgruppe; sie könnten in Übersee nun Produkte aus Tansania vermarkten. (Citizen 15.1.13; E. A. Business 13.1.13)

Ein Investor errichtet in Mbeya eine Brauerei. Er wollte eine Fabrik für landwirtschaftliche Geräte gründen, aber noch fehlt es am Material, z. B. an Stahl. (DN 9.2.13)

Seit die Regierung 2012 die Steuern auf alkoholische Getränke um 25 % anhob, wird weniger von diesen verkauft. Einige Werke stellten den Betrieb ein. Ein Repräsentant dieser Sparte bat die Regierung, die Steuern mindestens während der kommenden vier Jahre nicht anzuheben, damit sich die Lage normalisieren könne. (DN 25.1.13)

Cashewnüsse

Die Regierung führt mit einem britischen Investor Gespräche über eine Aufbereitungsanlage für Cashewnüsse, damit nicht weiterhin 90 % der Ernte roh exportiert werden müssen und ein besserer Preis erzielt wird. Früher gab es zwölf Aufbereitungswerke. In den 90er Jahren wurden sie an tansanische Privatfirmen verkauft. Es gelang diesen nicht, die Anlagen effektiv zu nutzen. Nun sind nur noch zwei übrig. Sie verwenden halbmechanische oder manuelle Technik. Der Investor hat noch nicht entschieden, ob er die vorhandenen Fabriken sanieren oder neue errichten wird.

Für 1 kg roh exportierte Cashewnüsse werden 1.600/- TSh bezahlt, für aufbereitete siebenmal so viel. Nebenprodukte sind Schmiermittel und Dünger,

In Tansania werden pro Jahr 150.000 t Cashewnüsse geerntet. Für etwa 250.000 Landwirte ist die Cashewnuss eine wichtige Verdienstmöglichkeit. Cashewnüsse sind nach Tabak und Kaffee der wichtigste Exportartikel; pro Jahr werden mehr als 150.000 t ausgeführt. Der heimische Verbrauch stieg von ca. 20.000 t im Jahr 2010 auf 25.000 t im Vorjahr. (DN 12./15.2.13; Guardian 12./15.2.13; E. A. Business Week 18.2.13)

Ingwer

Präsident Kikwete weihte im Same-Distrikt (Kilimanjaro-Region) eine Ingwer-Fabrik der Mamba Ginger Growing Rural Cooperative ein. Sie wird den gesamten in dem Gebiet produzierten Ingwer, 70 % Tansanias, kaufen. Für 1 kg zahlt sie 2.500/- TSh; bisher erhielten die Produzenten nur 200/- bis 500/- TSh. “Nun können wir unsere Kinder in die Schule schicken und unseren Lebensstandard anheben”, sagte ein Landwirt, Mitglied der Genossenschaft. Sie hat 439 aktive Mitglieder. Eine Frau bat die Regierung, eine Polizeistation einzurichten, denn nun werde Geld im Umlauf sein. Die Landwirte ernten in dieser Saison voraussichtlich 120 t Ginger. Die Fabrik kann pro Jahr mehr als 2.000 t verarbeiten. (DN 1.11.12)

Konserven

Die Bumbuli Development Corporation (BDC) (Lushoto-Distrikt, Tanga-Region) erweckte Natural Choice, eine Firma, die Obst- und Gemüsekonserven, Chutney, Ketchup, Marmelade, Fruchtsaft, sowie Mineralwasser herstellt und vermarktet, zu neuem Leben.

Ein weiteres BDC-Unternehmen ist das Bumbuli Packing House. Es sammelt Obst und Gemüse und richtet eine Versorgungskette zu den größeren städtischen Zentren ein. (Citizen 4.2.13)

Medikamente

Die Tanzania Pharmaceutical Industries (TPI) errichtet in Arusha eine moderne Fabrik. Dadurch kann die Produktion verdreifacht, die Zahl der Angestellten auf 200 verdoppelt werden. Das Werk ist dann das größte in Afrika südlich der Sahara, Südafrika ausgenommen. Es erhält Unterstützung der EU im Rahmen eines Programms, das ‘Hilfe für armutsbedingte Krankheiten in Entwicklungsländern’ genannt wird. (DN 23.10.12)

Textilien

Die Mwanza Textile Mills Ltd. (Mwatex) steigerte ihre Produktion während der letzten drei Jahre um mehr als 30 %. Die Firma wurde 2001 privatisiert. Verwendet wird vor allem dort geerntete Baumwolle. Der Stoff wird in Tansania, doch auch in Kenia, Ruanda, Burundi und Uganda verkauft, etwas auch nach Europa exportiert. Mwatex liegt in der Stadt Mwanza. Die Firma hat 600 Angestellte. Bei der Privatisierung waren es 80.

Tansanische Fachleute baten die Regierung, eine Politik zu verfolgen, die Textilwerke und andere Industriebetriebe schützt. Eine Expertin betonte, die Regierung ergreife alle nötigen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass der Sektor industrielle Fertigung wiederbelebt wird und Vorrang bekommt. Tansania sei eines der wenigen Länder, die Baumwolle produzieren. Unglücklicherweise werde sie als Rohstoff exportiert. (DN 11.8.12)

Zucker

Das Tanzania Investment Centre (TIC) versicherte den Investoren, die Regierung werde ihre Geschäftsmöglichkeiten verbessern.

Das Bagamoyo-Projekt im Ruvu-Becken, ca. 100 km nördlich von Dar-es-Salaam, startete für seine Zuckerrohrpflanzungen ein Bewässerungs-Projekt, Es wird von der Agro Eco-Energy Tanzania Ltd. betrieben. Man erwartet, dass es in den beiden kommenden Jahren 150.000 t Zucker für den heimischen Markt produziert und vor allem für diesen 8-15 Mio. l Ethanol. Zu dem Projekt gehören 7.800 ha Zuckerrohrplantagen auf dem eigenen Gelände und nahezu 3.000 ha, die von Zulieferern bewirtschaftet werden. (East African Business Week 6.8.12)

Der Sugar Board of Tanzania (SBT) drängt die heimischen Zuckerwerke, ihren Zucker zu konkurrenzfähigen Preisen zu verkaufen, während die Regierung ihnen gewährt, überschüssige Ware in die Länder Ostafrikas zu exportieren. 50.000 t Zucker wurden in gemieteten Gebäuden gelagert. Weil importierter, billiger Zucker verkauft wird, machten sie Verluste, hatten die Produzenten geklagt.

Sie erbaten die Genehmigung, nach Europa zu exportieren, weil sie in den Ländern Ostafrikas keinen guten Preis erzielten. (DN 11./30.10.12)