Gesundheitswesen ‐ 02/2022

Aus Tansania Information
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Öffentlichkeitsarbeit gegen Aids

Gesundheitsministerin Ummy Mwalimu hat eine Kampagne angekündigt, die HIV-Aids wieder stärker uns Bewusstsein rücken soll. In Tansania gibt es schätzungsweise 1,7 Millionen Menschen, die mit HIV leben. Von denen wissen ca. 1,5 Millionen über ihre Lage Bescheid und erhalten die nötigen Medikamente. Aber geschätzte 200.000 Infizierte wissen nicht Bescheid. Diese gelte es zu erreichen, zu testen und dann in die Vergabe der antiretroviralen Medikamente einzubeziehen. Tansania wird bei seiner HIV-Bekämpfung durch das US-amerikanische PEPFAR Programm unterstützt, das die kostenfreie Vergabe von HIV-Medikamenten an Betroffene ermöglicht.

Guardian 22.01.2022

Covid in Tansania

Tansania begann Mitte Januar, wöchentliche Covidstatistiken zu veröffentlichen. Dies geht auf eine Anweisung der neuen Gesundheitsministerin Ummy Mwalimu zurück. Sie erhofft sich von der Öffentlichkeitsarbeit eine Bewusstseinsbildung hinsichtlich der Pandemie und eine bessere Impfbereitschaft. Laut der Wochenstatistik auf der Internetseite des Ministeriums wurden in der Woche bis zum 21. Januar 527 neue Covidansteckungen und 25 Todesfälle registriert. Dabei wird offenkundig nach wie vor kaum getestet; von 7036 PCR-Tests entfielen 6367 auf Flugreisende, die sich testen lassen müssen. Eine beigefügte Karte zeigt ganze Regionen, in denen nicht ein einziger Fall registriert ist.

Die Impfkampagne verläuft bisher eher gemächlich. Bis Ende Januar hatte das Land 8,8 Mill. Impfdosen verschiedener Fabrikate erhalten, die für 5 Mill. Personen reichen. Die Zahl der vollständig Geimpften lag am 25. Januar bei lediglich 1,9 Mill. Aus der Aufstellung des Ministeriums geht hervor, dass es im Land 237 Intensivpflegebetten gibt, von denen am 21. Januar 21 belegt waren; insgesamt gab es in den Krankenhäusern landesweit 165 Covidpatienten.

Citizen 26.01.2022

Covidängste

Die Angst vor Covid-19 Ansteckung hat dazu geführt, dass manche TB-Patienten ihre Behandlung in den Krankenhäusern abbrechen. Dies wurde bei einer Tagung in Dodoma bekannt. Tuberkulosepatienten werden in Tansania kostenfrei behandelt und müssen dafür mehrfach ein Krankenhaus aufsuchen, wo ihnen Medikamente verabreicht werden. Nun berichtete der Leiter der Impfkampagne in der Region Dodoma, dass eine Reihe von Patienten die Behandlung abgebrochen hat, weil sie Sorge haben, beim Besuch des Krankenhauses mit Covid-19 angesteckt zu werden.

DN 25.01.2022

Sichelzellen

In Tansania werden jährlich 11,000 Kinder mit Sichelzellenanämie geboren, da etwa 15-20% der Bevölkerung die Anlage für diese Erkrankung in ihrem Erbgut haben. Somit gehört Tansania zusammen mit Nigeria, DR Kongo und Angola zu den am stärksten von dieser Erkrankung betroffenen Ländern. Das Gesundheitsministerium hat sich deshalb eine Aufklärungskampagne vorgenommen, da diese Erbkrankheit in der Bevölkerung kaum bekannt ist. Sie wird vererbt, wenn beide Elternteile Träger der Erbanlage sind. Laut Dr. Stella Rwezaula vom Gesundheitsministerium starb früher die große Mehrzahl der mit der Krankheit geborenen Kinder in den ersten Lebensjahren. Mittlerweile sei dieser Anteil auf 30% gesunken, was immer noch zu hoch ist. Immer noch verfügen nicht alle Regionalkrankenhäuser über die Geräte für eine routinemäßige Untersuchung der Neugeborenen. Durch Tests vor einer Eheschließung könnte die Weitergabe der Erbanlage vermieden werden, aber sie werden kaum vorgenommen.

Citizen 15.01.2022

Ratten gegen Krankheit und Minen

Die tansanischen Riesenhamsterratten schaffte es im Dezember zweimal in die Nachrichtenseiten. International berichtet wurde über den friedlichen Tod der “Heldenratte” Magawa. Der Rattenbock verschied im stolzen Alter von 8 Jahren im fernen Kambodscha. Magawa wurde 2014 in Morogoro geboren und an der dortigen Sokoine Universität zur Minenspürratte ausgebildet. Zwei Jahre später zog Magawa nach Kambodscha um und begann dort eine Karriere, während der er über 100 Sprengkörper aufspürte und so eine Fläche von 141,000 m² wieder nutzbar machte. Im Jahre 2020 wurde ihm ein Orden verliehen.

Afrikanische Riesenhamsterratten verfügen über einen ausgezeichneten Geruchssinn und können Sprengstoff erschnüffeln, sind aber leicht genug, nicht die Zünder von Minen auszulösen. Die belgische Organisation APOPO bildet sie in Zusammenarbeit mit der Universität in Morogoro aus und hat sie bereits in einer Reihe von Ländern erfolgreich eingesetzt.

Auch eine weitere Fähigkeit der Riesenhamsterratten war im Dezember eine Nachricht wert: ihr erfolgreicher Einsatz in der Diagnose von Tuberkulose. Ratten erschnüffeln mit großer Sicherheit, ob eine Sputumprobe von einem kranken oder gesunden Menschen stammt. Eine Ratte kann im Laboreinsatz in 20 Minuten 100 Proben prüfen, während laut WHO ein menschlicher Laborant nicht mehr als 20 Proben am Tag bearbeiten sollte. Die Ratten haben in Tansania in den letzten Jahren bereits 579.000 Sputumproben von 337.000 Verdachtsfällen überprüft und über 16.000 Erkrankte identifiziert, die daraufhin behandelt werden konnten. Positive Rattendiagnosen werden jeweils nochmals im Labor nachgeprüft, aber ihre Geschwindigkeit für Reihenuntersuchungen von Verdachtsfällen ist unschlagbar. - Der Rattenschnelltest für Covid-19 steht noch aus.

Anadolu 06.01.2022, Citizen 11.01.2022

Covidparadies Sansibar?

Britische Impfgegner versuchen, in Sansibar einen Zufluchtsort für Gleichgesinnte zu schaffen. Nachdem deutsche Covid-Leugner um den Arzt Bodo Schiffmann sich bei Arusha niederließen und Werbung für einen Umzug nach Tansania machten, sucht jetzt die Firma Liberty Places Ltd. Investoren für eine Siedlung am Strande Sansibars, wo sie allen um ihre bürgerlichen Freiheitsrechte Besorgten “ein tropisches Idyll ohne bürokratische Einmischung” anbietet, in dem eine wahrhaft nachhaltige Lebensweise möglich sein soll.

Auf Sansibar soll sich bereits eine Reihe von Ausländern eingefunden haben, die eine Alternative zu Covid-Beschränkungen in Europa, Amerika und Südafrika gesucht haben.

Vice.com 21.01.2022