Gesundheit ‐ 12/2021

Aus Tansania Information
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Covid-19

Angesichts der Meldungen über die Omikronvariante des Covidvirus warnte das Gesundheitsministerium vor einer vierten Infektionswelle, die dem Land bevorstehen könnte. Deshalb erinnere man vor allem wegen der bevorstehenden Reisewelle zu den Feiertagen an alle bekannten Vorsichtsmaßnahmen. Das Ministerium forderte dazu auf, die Impfmöglichkeiten wahrzunehmen.

Die tansanische Statistik hat seit März 2020 26261 Erkrankte und 730 Todesfälle wegen Covid-19 registriert; allerdings wurde ab Mai 2020 unter Magufuli fast gar nicht getestet und alle Nachrichten über Covid unterdrückt. In den letzten Monaten hat das Land seine Behandlungsoptionen erweitert. Unter anderem wurden 19 Anlagen für die Sauerstoffanreicherung angeschafft, mit denen dezentral Sauerstofflaschen gefüllt werden können. Weiterhin subventioniert die Regierung Covid-tests, für die man in Tansania 50 USD bezahlt, indes die Kosten um 80 USD höher sind. Zusammen mit der Beschaffung von Impfstoffen stützt sich Tansania dabei auf einen Sonderkredit des Internationalen Währungsfonds IMF, der dem Land für Maßnahmen im Zusammenhang mit Covid-19 $11,6 Mrd zur Verfügung stellte.

Mwananchi 27.11.2021 , Daily Nation (Kenya) 11.11.2021

Impfungen fortgeführt

Tansania setzt seine Impfkampagne gegen Covid-19 fort. Das Land hatte erst in diesem Sommer damit begonnen, 1,2 Mill. von den USA gespendete Dosen von Johnson &Johnson einzusetzen. Die Kampagne hatte deutliche Anlaufprobleme, da große Teile der Öffentlichkeit aufgrund der Politik des verstorbenen Präsidenten Magufuli dem Programm ablehnend gegenüber standen. Seit Oktober kamen 2,5 Mill. Dosen des chinesischen Sinopharm zum Einsatz. Jetzt trafen noch eine halbe Million Impfdosen des Pfizerpräparats in Tansania ein, die über die internationale COVAX-Initiative bezogen wurden.

Laut Gesundheitsministerin Gwajima waren bis zum 19. November 1,3 Millionen Tansanier geimpft worden, eine Million habe einen vollständigen Impfschutz. Das würde bedeuten, dass es nicht gelungen ist, sämtlich Dosen des Johnson&Johnson Impfstoffes einzusetzen, bei dem nur eine einmalige Gabe vorgenommen wird. Vom Sinopharmimpfstoff haben bisher 370.000 eine erste Dosis erhalten.

Mittlerweile stellte die Regierung dem nationalen Institut für Medizinische Forschung NIMR eine Million Euro zur Verfügung, um an der Entwicklung tansanischer Impfstoffe gegen Covid-19 zu arbeiten.

DN 11.11.2021, Mwananchi 23.11.2021

Medizintourismus

Die tansanische Regierung setzt weiterhin Hoffnungen auf Medizintourismus als wirtschaftlichem Wachstumsfaktor und will dafür weiter in seine Gesundheitseinrichtungen investieren. Das Thema war vom vorherigen Präsidenten Magufuli Anfang 2020 zum Politikziel erklärt worden, der damit in den internationalen Markt mit Umsätzen von ca. $ 72 Mrd. einsteigen wollte. Jetzt wird die Werbung für das Jakaya-Kikwete-Herzinstitut (JKCI) betrieben, das bereits Patienten aus den Nachbarländern behandelt. Weitere Krankenhäuser mit verbesserten Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten sind das Ocean Road Hospital (ehemaliges Europäerkrankenhaus aus deutscher Zeit, seinerzeit Arbeitsstätte von Robert Koch) als Krebszentrum sowie das Muhimbili Universitätskrankenhaus, in Moshi das Kilimanjaro Christian Medical Center KCMC. In den letzten Monaten wurden zahlreiche Dialysegeräte in Betrieb genommen und die Preise für Blutwäsche gesenkt.

Gesundheitsministerin Gwajima bemüht sich um eine Anerkennung der Weltgesundheitsorganisation WHO für Tansania als Zentrum für Medizintourismus. Die Erfolgsaussichten hängen auch davon ab, ob private Einrichtungen in neue Technik investieren. Tansania hatte 1967 mit der Erklärung von Arusha alle privaten Krankenhäuser zunächst verstaatlicht und sie ab 1980 wieder zugelassen. Die verstärkten Investitionen in Gesundheitssektor haben dazu geführt, dass die Zahl der Patienten stark zurückgegangen ist, die aus dem staatlichen System ins Ausland verlegt werden müssen. 2015/16 waren das noch 554 Patienten, während es im vergangenen Jahr nur noch 2 waren.

Citizen 11.11.2021, Guardian 19.11.2

Krebs und Gold

Bei einer Veranstaltung im katholischen 950-Betten-Bugandokrankenhaus in Mwanza äußerte Präsidentin Samia ihre Sorge über den Anstieg der Krebserkrankungen im Gebiet um den Viktoriasee. 60% des nationalen Krebsbehandlungszentrums an der Ocean Road in Dar es Salaam werden von Krankenhäusern in der Nähe des Viktoriasees überwiesen. Dieses Gebiet ist auch das Zentrum der Goldgewinnung, wo neben einigen großen Konzernen Tausende von kleinen Schürfern von Hand nach Gold graben. Die Präsidentin äußerte, dass vermutlich der Umgang mit Quecksilber beim Auslaugen des Goldes aus dem Gestein für die Häufung der Krebserkrankungen verantwortlich ist.

Erzbischof Nkwande als Vorsitzender der Direktion von Bugando wies darauf hin, dass die Einrichtung derzeit über 1000 Stellen nicht besetzt hat. 1200 der vorhandenen 1800 Mitarbeiter werden von der Regierung bezahlt.

Guardian 19.11.2021

Knochenmarktransplantationen

Das Universitätskrankenhaus Muhimbili in dar es Salaam hat mit der Durchführung von Knochenmarktransplantationen begonnen. Jährlich liegt diese Behandlung bei 200 tansanischen Patienten an, die bisher im Ausland behandelt werden mussten. Die Kosten für eine Behandlung liegen bei TSh 70 Mil. (€ 26000), weniger als ein Drittel der Kosten für eine Behandlung in Indien.

Citizen 30.11.2021