Filmstar Steven Kanumba verstorben - 05/2012

Aus Tansania Information
Wechseln zu: Navigation, Suche

Kanumba wurde 1984 geboren. Schon als Junge zeigte er Talent beim Singen von Kirchenliedern und in Auftritten bei Schulfesten. 2002 wurde er Mitglied der Kaole Artiste Group und spielte in mehreren Fernsehsendungen des Independent Television (ITV) mit. 2006 begann er seine Filmkarriere in der Firma 1st Quality. In Ghana und Nigeria arbeitete er mit führenden Nollywood-Künstlern zusammen. Endlich startete er seine eigene Film-Gesellschaft, Kanumba the Great Films. Einige Tage vor seinem Tod war er aus Ghana zurückgekehrt.

Am 6. April rief er seine Mutter an und lud sie ein, zu kommen; in der Woche danach wolle er in die USA fliegen.

Mr. Richard, eine Hollywood-Führungskraft, berichtete: 10 Stunden vor seinem Tod unterschrieb er einen Vertrag, der ihn zum Ansehen als internationaler Star hätte führen können. In zwei Hollywood- und einem Ghana-East-Africa-Film sollte er die Hauptrolle spielen. "Ich bin stolz, dass ich ihm helfen konnte", betonte Richard.

Kanumba hätte nach San Francisco fliegen sollen, um am 2012 Filmfestival teilzunehmen und hinsichtlich der Möglichkeit verhandeln, Bongo Movies beim Filmfestival im kommenden Jahr aufzunehmen. "Kanumba hat Immenses geleistet, um das Image der Bongo Movies und Tansanias zu fördern. Wir werden bombardiert mit Kondolenzschreiben trauernder Fans der ganzen Welt. Er war der Michael Jackson der Bongo Movies", schrieb Richard.

Kanumba starb am 7. April infolge einer Hirnverletzung in seiner Wohnung. Er war sofort tot. Jemand hatte ihn auf den Kopf geschlagen.

Die 18-jährige Schauspielerin Elizabeth Michael, als Lulu bekannt, war bei ihm. Sie hatte einige leichtere Verletzungen. Kanumba soll sie bei einem Kampf mit einem Buschmesser verwundet haben. Lulu wurde festgenommen und verhört. Bis zum Prozess am 23. April ist sie in Untersuchungshaft.

Die Nachricht von Kanumbas Tod verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Die Straße zu seiner Wohnung war mit Autos verstopft. Die Verkehrspolizei musste eingreifen.

Präsident Kikwete verschob eine Auslandsreise und kam am 8. April neben vielen Trauernden in Kanumbas Wohnung. Er nannte ihn einen ausgezeichneten Botschafter. Weit und breit habe er Tansania durch seine Filmarbeit bekannt gemacht; dabei habe er Swahili verwendet. Kikwete forderte die Künstler der Filmindustrie auf, Kanumbas Arbeit in Ehren zu halten, Tansania im Ausland zu fördern, .

Kanumbas Vater wollte, dass sein Sohn in Shinyanga, der Heimat, begraben werde. Doch seine Mutter wünschte eine Beerdigung auf dem Kinondoni-Friedhof in Dar-es-Salaam.

Die Beerdigung am 10 April wird als eine der größten in Erinnerung bleiben. Vizepräsident Dr. Bilal, Salma Kikwete, First Lady, und andere führende Regierungsleute nahmen teil, auch Kollegen aus Nigeria, der DRC und Kenia, die mit dem Flugzeug angereist waren.

Ein Pfarrer der Africa Inland Church hielt die Beerdigung, der AICC Christian Choir von Chang'ombe sang (Kanumba war ein Mitglied).

Mehr als 30.000 Trauernde kamen. Viele versuchten, den Sarg zu berühren. Sie wollten sich vergewissern, dass er wirklich tot ist. Die Polizei war um Ordnung bemüht. Das Gedränge war so groß, dass viele Gräber ringsum beschädigt, Kreuze verbogen oder zerbrochen wurden.

Die Beerdigung wurde im Fernsehen übertragen.

Auch an den Tagen nach der Beerdigung kamen unzählige Menschen zum Grab. Es ist ungewöhnlich, dass Leute, die nicht verwandt sind, sich die Mühe machen, ein Grab zu besuchen.

Ein Sozialwissenschaftler fragte über Twitter: "Ist der Tod Kanumbas für Tansania ein Lady-Diana- und/oder Michael-Jackson-Augenblick reinigender Trauer?"

In dem noch nicht herausgegebenen Film 'Power and Love' spielte Kanumba auf seinen Vorschlag sein eigenes Ende. Im Originalskript sollte er am Schluss nach einem Streit mit einer Frau, die er liebte, traurig, einsam eine Straße entlang gehen. Kanumba sagte, das sei nicht faszinierend und schlug eine Szene vor, in der er von der Frau, die er liebte, gestoßen wird und dabei stirbt.

Der Präsident der Tanzania Film Federation (TAFF) sagte, niemand dürfe ohne Zustimmung von Kanumbas Familie T-Shirts oder sonst etwas produzieren, um aus Kanumbas Tod Geld zu schlagen. Der Vorsitzende des Beerdigungskomitees berichtete, in mehreren Gegenden seien bereits T-Shirts, Kappen und Veröffentlichungen zu Ehren Kanumbas verkauft worden.

Die Beerdigung habe 70m/- TSh gekostet, berichtete der Vorsitzende des Beerdigungskomitees. An Spenden seien 90m/- TSh eingegangen. 4m/- TSh habe Kanumbas Mutter erhalten.

Das Komitee plane, die Steven Kanumba Film Awards zu etablieren, sagte er. (DN 8./9./10./12./13./18.4.12; Guardian 8./11.4.12; Citizen 9./7./11./13./16.4.12; BBC 10.4.12)