Exportpolitik, Exportprodukte - 04/2012

Aus Tansania Information
Wechseln zu: Navigation, Suche

Entwicklung

2011 registrierte die Export Processing Zone Authority (EPZA) 19 neue Investoren, die Industriebetriebe errichten wollen. Es gelang ihr, für Tansanier 8.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen und die Menge der Exportprodukte zu steigern. (Guardian 10.1.12)

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Wert von Exportwaren und Dienstleistungen um 19,9 % und erreichte 6,776 Mrd. US$.

Der Wert nichttraditioneller Exportgüter stieg um 21,3 % und erreichte 3,746 Mrd. Der Wert exportierter Industriewaren ging um 5,3 % zurück; er fiel auf 868,8 Mio. US$. (Citizen 31.1.12)

Export verarbeiteter Waren gefordert

Der Minister für Ostafrikanische Zusammenarbeit drängt die Tansanier, den Markt der East African Community (EAC) zu nutzen, indem sie verarbeitete Waren exportieren, statt rohen Materials. So könnten sie mehr Gleichgewicht des Handels erreichen. Auch entstünden neue Jobs.

Weil es an Ausgewogenheit fehle, sei Tansania zum Markt für die Waren der anderen EAC-Länder geworden. Eines der Nachbarländer kaufe in Tansania viel Mais, verarbeite ihn zu Mehl und verkaufe dieses im Südsudan zu einem profitablen Preis - "während unsere Leute arm bleiben", sagte er. (Guardian 27.2.12)

Export lebender Tiere unvermeidbar

Bei der Jahreskonferenz des Meat Council sagte ein Teilnehmer, die Regierung solle den Export lebender Tiere untersagen.

Der Minister für Entwicklung der Viehzucht erwiderte, die Regierung könne die Ausfuhr lebender Rinder und Ziegen nicht verbieten, denn es gebe nicht genug Fleischverarbeitungbetriebe. In Tansania lebten etwa 23 Mio. Rinder, 26 Mio. Ziegen, außerdem viele Schweine und Schafe. Aber es gebe nicht mehr als zehn Firmen, die die Tiere verarbeiten. 2010/11 habe die Regierung 20,3 t Rindfleisch, 286 t Ziegenfleisch und 97 t Schaffleisch in die Vereinigten Emirate exportiert. Pro Woche würden dort mindestens 16 t Ziegenfleisch benötigt, doch Tansania könne nur 13 t liefern. (DN 1.2.12)

Export von Kohle

Tansania schloss mit Kenia und Malawi ein für das Land vorteilhaftes Abkommen über den Export von Kohle des Ngaka-Bergwerks (Ruvuma-Region) ab. Man nimmt an, dass sich weitere Interessenten melden werden. (DN 13.3.12)

Export landwirtschaftlicher Produkte

Laut Bericht der Tanzania Exporters Association beherrschen Lebensmittel den Export Tansanias in die Länder der East African Community (EAC) und der Southern African Development Corporation (SADC). Während der letzten zehn Jahre nahm er um 30,1 % zu.

In Tansania gibt es für die Ausfuhr von Lebensmitteln viele Bedingungen für offizielle Genehmigungen, Zertifikate, Quittungen und Bevollmächtigungsschreiben. (DN 13.3.12)

Export von Nilbarsch

Ein Verantwortlicher der Lake Victoria Surveillance Unit berichtete, vom Finanzjahr 06/07 bis 09/10 wurden 19.501.910 kg Nilbarsch exportiert; das erbrachte 66.461.356 US$. (DN 16.3.12)

Entwicklung des Exports von Mais

Tansania war lange Zeit vielleicht das einzige Land, das die Ausfuhr von Mais und Zucker verbietet. Förderung der Landwirtschaft ist unmöglich, solange die Landwirte Mais nicht exportieren dürfen, auf dem Markt in Nachbarländern keinen besseren Preis erzielen können.

In den Grenz-Regionen Mbeya und Rukwa lagerte Mais tonnenweise.

Die Tansanier wurden zu einem Volk von Schmugglern.

In der Kilimanjaro-Region wurde versucht, Mais und Zucker in Särgen über die Grenze zu bringen. 31 Lastwagen mit Zucker und Mais wurden von der Polizei beschlagnahmt.

Dabei ist den Händlern im Rahmen des Gemeinsamen Marktes der EAC erlaubt, sich ohne Gebühren frei zu bewegen.

Je mehr Tansania den Export behindert, desto mehr Devisen gehen dem Land verloren. Folglich wird der TSh fallen, der Preis der Konsumgüter steigen. (DN 27./29.10.11)

Präsident Kikwete wies die Regierungsstellen an, den lokalen Händlern die Ausfuhr überschüssiger Lebensmittel in Nachbarländer, die Probleme haben, zu erlauben, solange es in Tansania nicht zu Lebensmittelverknappung kommt. Um die Preise in den Städten zu stabilisieren, solle Nahrungsmittelüberschuss einiger Regionen dorthin transportiert werden. (DN 12.10.11/18.1.12)

In der Stadt Sumbawanga erhielten die lokalen Händler die Genehmigung, 1.400 t Mais in die Democratic Republic Congo (DRC) zu exportieren. Sie sollten den Landwirten für 1 kg Mais 350/- TSh bezahlen. (DN 9.11.11)

Die Landwirte der Rukwa-Region spendeten der Regierung Lob, weil sie das Exportverbot für Mais aufhob, die Ausfuhr in Nachbarländer nun erlaubt sei. Angesichts der Rekordernte empfänden sie das als eine enorme Erleichterung. Sie hätten sechsmal so viel geerntet, wie die Bevölkerung benötige. Nun gebe es für sie innerhalb und außerhalb des Landes einen zuverlässigen Markt.

Auch die Economic and Social Research Foundation (ESRF) lobte die Regierung. Der ESRF-Exekutivdirektor betonte: "Die Regierung soll nicht fürchten, die Landwirte könnten ihre gesamte Ernte verkaufen, wenn ihnen in den Nachbarländern ein guter Markt sicher ist, denn sie sind keine Dummköpfe." (DN 12./29.2.12)