Erdbeben im Süden Kenias und im Norden Tansanias - 08/2007

Aus Tansania Information
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Erdbeben

Zwischen 12. und 18. Juli erschütterten 15 Beben Teile von Kenia und Tansania. Das Zentrum des Bebens befand sich im Ostafrikanischen Grabenbruch im erdbebenreichen Gebiet in Nähe des Natronsees und des noch tätigen Vulkans Ol Doinyo Lengai (Ngorongoro-Distrikt, Arusha-Region), ca. 145 km NNW von Arusha. Seine Stärke lag zwischen 4,4 und 6,0 auf der Richterskala. In Arusha, Nairobi und anderen Städten schwankten höhere Gebäude, manche bekamen Risse, provisorische stürzten ein. Niemand wurde verletzt.

Menschen flüchteten auf die Straße. In Mwanza verbrachten viele die Nacht 17./18.7. im Freien, weil schwere Beben vorhergesagt worden waren. In Nairobi evakuierte man am 17.7. mehrere hohe Gebäude, in Arusha am 18.7. das Gebäude des International Criminal Tribunal for Ruanda (ICTR). Einige Banken und Büros blieben geschlossen. Viele Einwohner von Arusha erflehten göttliches Eingreifen. Im Freien verbrachten sie den größten Teil der Nacht 18./19.7. im Gebet. (DN 18./19.7.07; Guardian 19.7.07; Nipashe 18.7.07; East African Standard 17.7/18.07; The Monitor 19.7.07; IRIN 18.7.07)

Warnungen

Ein leitender Mitarbeiter der Geologischen Beobachtungsstation Tansanias sagte, die Beben würden voraussichtlich anhalten. Weil das Zentrum der Beben in Nähe des noch tätigen Vulkans Ol Doinyo Lengai liege, rate er der Bevölkerung, nicht näher als 50 km an den Berg heranzugehen, wenn möglich in 100 km Entfernung zu bleiben. Viel könne passieren, wenn nicht jetzt, dann später. Es sei möglich, dass die Lava durch irgend einen Spalt am Berg austrete. Touristen sollten nicht zum Ol Doinyo Lengai gebracht werden, obwohl wahrscheinlich viele diesen seltenen Vorgang beobachten wollten.

Der Generaldirektor des Meteorologischen Instituts meinte, man müsse nicht mit einem Ausbruch rechnen. (DN 19.7.07; Guardian 19.7.07; Nipashe 18./19./20.7.07; IRIN 18./20.7.07)

Vulkanausbruch

Am 19. Juli brach der Ol Doinyo Lengai aus. Die Beben hörten auf, denn die Aktivitäten im Inneren der Erde verringerten sich durch den Volkanausbruch, erklärten Experten. Schätzungsweise 2.000 Menschen, die in Nähe des Ol Doinyo Lengai leben, vor allem Maasai-Hirten, verließen ihre Häuser. Wild und Zugvögel flüchteten.

Im Dorf Gilai verwüstete die Lava Grundschule und Lehrerhäuser, zwei Kinder erhielten Brandwunden, die Quellen des Dorfes wurden von Steinen zugeschüttet, Frauen beim Wasserholen verletzt.

Die Regierung erklärte das Gebiet für Touristen zum Sperrgebiet. Das Touristenlager wurde abgebaut.

Die Lava des Ol Doinyo Lengai ist mit 510° C 'verhältnismäßig kühl'. Sie fließt nicht weiter als 2 km. (DN 19.7.07; Guardian 19.7.07; Nipashe 19./20.7.07; The Nation 20.7.07; East African Standard 21.7.07)