Energie ‐ 10/2026
Raffinerie
Für sein Raffinerieprojekt mit Sonderwirtschaftszone auf Lamu benötigt Aliko Dangote Strom. Im Gespräch ist die Verdopplung des dazugehörigen LNG-Kraftwerks auf 1.000 MW unter Einbeziehung tansanischen Gases, doch noch steckt das Projekt mit unklarer Finanzierung in den Kinderschuhen. Kenia leidet unter Energiemangel und importiert bereits Strom aus Äthiopien und Uganda. Ein Gasimport aus Tansania würde das Handelsdefizit ausgleichen. In Mombasa ist bereits ein LNG-Kraftwerk mit 1.200 MW geplant, das über Schiffe beliefert werden soll. Auf Dauer jedoch sei eine Pipeline von Mtwara nach Mombasa erforderlich. Der entsprechende 2021 geschlossene Vertrag liegt jedoch auf Eis. Auf Lamu soll Ende September mit dem Bau der Raffinerie begonnen und sie Anfang 2029 mit einer Tageskapazität von 700.000 bpd in Betrieb genommen werden.
Afi-icaReport, 03.09.2026, Citizen, 02.09.2026
In Hoima/Uganda (60.000 bpd für 4 Mrd. $) sind finanzielle Entscheidungen auf Anfang 2027 verschoben. Jetzt geht es für Uganda nicht mehr darum, ob, sondern wie schnell das Land eine Raffinerie bauen kann - gegen die sich rapide entwickelnde E-Mobilität (China!). Lamu soll den gesamten Norden der EAC beliefern, Hoima nur Uganda. Der ugandische Präsident Yoweri Museveni deklariert Hoima zur strategischen Priorität: keine Transportkosten, Verarbeitung eigenen Rohöls. Uganda bezahlt 12,77 $, um 1 Barrel Rohöl über die EACOP nach Tanga zu transportieren. Bisher importiert Uganda fast sämtliche Petroleumprodukte. Doch hat das Land bereits mehrere Investoren „verbrannt“. Gegenwärtig wird über eine 60/40 Teilung mit UEAs MBM Alpha Investments aus den Vereinigten Arabischen Emiraten verhandelt.
Der Kommentator Joachim Buwembo deutet die Ereignisse als Anfang des baldigen Endes der EAC. Ein gemeinsames ostafrikanisches Projekt in Tanga wäre die richtige Entscheidung gewesen.
Die staatliche indische Engineers India Ltd. sicherte sich einen 450 Mio. $ Vertrag für das Projektmanagement. Die Grundsteinlegung für den petrochemischen Giganten in der Nähe des Tiefwasserhafens von Lamu soll am 30. September im Beisein von Präsident William Ruto und Aliko Dangote stattfinden. Es wird erwartet, dass das Industrieprojekt 50.000 Arbeitsplätze schafft.
EastAfrican, 12./26.09.2026
Global Gas Report
Weltweit vergrößert sich der Abstand zwischen Bedarf und Verfügbarkeit. Verstärkte Investition in Gasinfrastruktur (Lagerung und LNG-Infrastruktur!) ist dringend erforderlich, denn Gas ist als Puffer für den wachsenden Markt der alternativen Stromproduktion aus Wind und Sonne von zunehmender Bedeutung. LNG eignet sich wie Öl für den Transport mit Schiffen. Doch die bisher angestoßenen Projekte reichen nicht aus, um den weltweiten Bedarf zu decken.
Guardian, 04.09.2026