Dürre, Hunger, Vorbereitung auf eventuelle El-Nino-Regen - 11/2009

Aus Tansania Information
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Internationale Hilfsorganisationen weisen darauf hin, dass die Dürre in sieben Ländern Ostafrikas 23 Mio. Menschen in Hunger und Armut treibt. Ban Ki-moon und Hillary Clinton luden Vertreter von 100 Ländern ein, um zu beraten, wie die globale Nahrungsmittelversorgung gesichert werden kann.

Der größte Teil Nordtansanias leidet unter anhaltender Trockenheit; doch auch der Küste droht Hunger.

In der Arusha- und der Manyara-Region müssen Regierung und NGOs viele Dörfer wegen der anhaltenden Trockenheit unterstützen. Alte, Frauen und Kinder, die sich nicht selbst versorgen können, bleiben zurück, wenn die jungen Männer mit dem Vieh wegziehen.

Die Einwohner eines Dorfes im Monduli-Distrikt (Arusha-Region) fürchten, zu verhungern, denn die Dürre währt dort schon drei Jahre. In manchen Familien gibt es nur einmal am Tag eine Mahlzeit, manchmal gar keine, denn sie haben nichts geerntet, nichts zu verkaufen, weil viel Vieh verendet; pro Tag sind es 10 Rinder. Statt bisher 500.000/- TSh werden für ein Rind jetzt nur 150.000/- TSh bezahlt, für ein Schaf statt 100.000/- TSh nur 20.000/- TSh.

In Makuyuni muss man für einen Eimer Wasser 300/- TSh bezahlen. Die Einwohner eines anderen Dorfes laufen 15 km zur Wasserstelle. Im Longido-Distrikt (Arusha Region) zahlen die Menschen für 20 l Wasser 1.000/- TSh. Jugendliche der Stadt Longido holen mit klapprigen Landrovern in der 25 km entfernten Grenzstadt Namanga in Kanistern Wasser. Der Distrikt-Rat möchte von der Stadt Arusha deren alten Feuerwehrtank mieten, um jede Woche Wasser aus Namanga nach Longido zu bringen.

Im Chamwino-Distrikt (Dodoma-Region) hungern 289.000 Menschen wegen anhaltender Dürre und schlechten Ernteerträgen. Etwa 22.000 t Lebensmittel würden benötigt, heißt es. Die Lebensmittelpreise stiegen um mehr als 100 %. Nur wenige Menschen können so viel bezahlen. Die Landwirte haben alle Nahrungsmittel verbraucht, auch das Saatgut. In manchen Gebieten verendet das Vieh, denn die Flussläufe sind ausgetrocknet, das Gras ist verdorrt. (DN 1.10.09; Arusha Times 3./10.10.09)

Unterstützung

Die Regierung lässt aus den vier Lebensmittelüberschuss produzierenden Regionen Iringa, Mbeya, Rukwa und Ruvuma, Lebensmittel in die nördlichen Regionen bringen. Für Lebensmittel muss kein Einfuhrzoll entrichtet werden. Der District Commissioner forderte die Repräsentanten der Dörfer auf, alle Familien aufzulisten, die gar nichts, die einen subventionierten Preis und die, die den normalen Preis bezahlen können.

Mehrere NGOs helfen den Hungernden. Action Aid International verteilte 129 t Lebensmittel. Youth with a Mission (YWAM), eine internationale NGO, spendete für zwei Dörfer des Longido-Distrikts (Arusha-Region) 250 Sack Mais. Ein Dorf im Karatu-Distrikt (Arusha-Region) erhielt vom Mount Kilimanjaro Safari Club Lebensmittel u. a. im Wert von 29,5m/- TSh. (DN 19.10.09; Guardian 19.9./9./19.10.09; Arusha Times 3.10.09)

Feuer am Meru

An den Hängen des Meru, des zweithöchsten Berges Tansanias, brach wegen der Dürre an mehreren Stellen Feuer aus. Brigaden der Tanzania National Parks (Tanapa), die Forstabteilung und viele Anwohner kämpften rund um die Uhr gegen den Brand. Er breitete sich in einem Gebiet von 170 km2 aus. Man fürchtet, Dörfer könnten vom Feuer eingeschlossen werden, denn wegen des Windes entstehen immer neue Brände. Die Dorfbewohner hoben tiefe Gräben aus, um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Sie ließen Durchgänge für Menschen und Tiere. Auch um noch intakte Waldstücke hob man Gräben aus. Es brannte im Momella-, Ngurdoto- und Ngongongare-Gebiet. Weil einige in Tälern verborgene Stämme weiter glühten, blies der Wind immer wieder neue Feuer an. Nach zwei Wochen war es gelungen, die Brände zu löschen.

Vom Meru kommt das Frischwasser für die Distrikte Meru, Monduli, Longido, Simanjiro (teilweise) und für die Stadt Arusha. (DN 3./10.10.09; Arusha Times 10./17.10.09)

Vorbereitungen für El-Nino-Regen

Bei einer Arbeitstagung sagte Staatsminister Marmo: "1998 brachte der El-Nino große Verwüstung, weil die Regierung keine Vorbereitungen getroffen hatte. Deshalb beschlossen wir, Maßnahmen zu ergreifen, ehe es zu spät ist." U. U. profitiere Tansania von den Regen, denn im Augenblick litten 60% des Landes unter schlimmer Dürre. Laut Tanzania Meteorological Agency werden die El-Nino-Regen in diesem Jahr nicht so katastrophal wie 97/98. In einigen Gebieten koordinieren Regierung und andere offizielle Stellen die Vorbereitungsmaßnahmen.

In den Regionen am Viktoriasee und dem nördlichen Teil der Shinyanga-Region setzte der Regen Mitte September ein.

Die Regierung drängt die in tief liegenden Gebieten lebenden Menschen, das Gebiet freiwillig zu räumen. "Wir wollen die Auswirkung katastrophaler Regenfälle von Dorfebene aufwärts möglichst gering halten", sagte der Koordinator für Notsituationen (Amt des Premierministers). (DN 28.8./15.10.09; Guardian 28.8./19.9.09; Citizen 28.8.09)