Biologischer Landbau - 09/2006

Aus Tansania Information
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Ostafrikanische Norm

Die Mitgliedsländer der East African Community (EAC), Kenia, Tansania und Uganda, führten in der Region eine Standardisierung für biologischen Landbau ein, die erste derartige, die es in einem Entwicklungsland gibt.

In Arusha trafen sich mehrere Experten des biologischen Landbaus aus den drei Ländern. Ein Mitglied einer Arbeitsgruppe des UN-Environment Programme (UNEP) und der UN-Conference on Trade and Development (UNCTAD) sagte: "Die ostafrikanische Norm für biologischen Landbau wird helfen, dass die betreffenden Produkte in den Regalen der Supermärkte weltweit leichter zu erkennen sind." 2004 wurde in Kampala eine Arbeitsgruppe für Regionale Norm (RSTWG) gegründet. Ihr gehören Vertreter von Normen- und Zertifizierungsgremien an und der biologische Sektor der drei Länder. Die RSTWG soll nun durch umfassende Unterstützung durch International Federation of Organic Agriculture Movement (IFOAM), den Führer auf dem Gebiet biologischen Landbaus, gestärkt werden. Mitte März 06 startete er sein Projekt Biologische Ostafrikanische Normen (OSEA).

Bei einem Workshop in Arusha ging es neben anderem um Chancen regionaler Zusammenarbeit. Bei Besuchen biologischer Betriebe in der Kilimanjaro-Region konnten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen biologischen Landbau in Praxis sehen. Unter den Delegierten waren u. a. Vertreter der Ministerien für Handel, Umwelt und Landwirtschaft, Repräsentanten von Zertifizierungsgremien, von Netzwerken biologischen Landbaus der Länder der EAC, von Forschungseinrichtungen und Universitäten und internationale Experten. (Guardian 11.3.06)

Chancen

Bei einem von der Tansanischen Bewegung für biologischen Landbau (TOAM) organisierten Treffen sagte ihre Vorsitzende, ein Fachmann habe die Förderung des biologischen Landbaus gefordert, damit Tansania den internationalen Markt erobere. "In Europa, Japan und den USA ist der Markt bereit für Produkte biologischen Landbaus." Tansania solle diesen fördern, "ehe uns andere Länder überholen: Die Nachfrage nach Cashewnüssen, Kaffee und Tee steigt." Die Regierung versprach, alle, die biologisch wirtschafteten, zu unterstützen, "um sicherzustellen, dass unsere Produkte von hoher Qualität sind." Während der letzten Saison wurden für 1 kg Kaffee aus biologischem Anbau 1,3 US$ bezahlt, für solchen aus konventionellem 1,0 US$. (DN 11.5.06; Guardian 11.5.06)

Unterstützung durch EPOPA

Die Landesbeauftragte der Organisation Export Promotion of Organic Products from Africa (EPOPA) sagte, viele Länder gäben nun biologischen Produkten den Vorzug vor konventionellen, wobei verschiedene Askepte eine Rolle spielten, z. B. Gesundheit und Qualität. "Ich kann den Landwirten versichern, dass es in Europa und den USA einen großen Absatzmarkt gibt. Die Preise liegen über denen für konventionelle Produkte", was ihnen beim Kampf gegen die Armut helfe. Die EPOPA habe bereits 40.000 tansanische Landwirte bei der Entwicklung biologischen Landbaus unterstützt, ihnen technische Hilfe und Geräte angeboten. "In Kooperation mit anderen unterrichten wir die Landwirte über die besten Methoden des biologischen Landbaus. Und wenn sicher ist, dass sie es schaffen, helfen wir ihnen das Zertifikat zu bekommen. Es wird nach ein oder drei Jahren ausgestellt", sagte der Landesbeauftragte Die von der EPOPA unterstützten Produkte seien Kaffee, Kakao, Cashewnüsse, Ananas, Ingwer, Erdnüsse, Honig, Vanille und Sesam. Im Augenblick haben 18 Gesellschaften das Zertifikat für Export biologischer Produkte nach Europa. Nun suche die Organisation auch nach nachhaltigen Methoden für Tunfisch-Fang. (Guardian 11.5.06)

Bio-Kaffee

Jane Goodall, die bekannte Umweltschützerin, sagte, sie entwickle für Kaffee-Anbauer in Gebieten Tansanias und Burundis, in denen die bedrohten Schimpansen leben, ein neues Zertifizierungs-System und vergebe das Jane Goodall Conservation Label. Sie sagte: "Die Leute verbinden meinen Namen mit Schimpansen." Auch die Zertifizierung des Kaffees komme den Affen zugute. Sie erwarte aber von den Kaffee-Anbauern eine Gegenleistung für die Vermarktung ihrer Produkte an Röstanlagen, die bereit sind, für umweltfreundlichen Kaffee eine Prämie zu bezahlen, für 1 kg Kaffee 2 US$ statt 0,5 bis 0,6 US$. Die Landwirte müssen Wälder, in denen die Tiere leben, schützen und 10% bis 20 % ihrer Felder aufgeben, um den natürlichen Wald rings um den Gombe National Park zu erweitern. Nur noch 35 Schimpansen sind in diesem Schutzgebiet übrig. Die Zertifizierung garantiert den Käufern, dass bei der Produktion ethische Normen beachtet wurden.

Andere Zertifizierungs-Labels sind Fairtrade, Rainforest Alliance, Organic, Utz Kapeh und Bird Friendly. Zertifizierung kann kostspielig sein. Viele Kleinbauern können sich die Ausgaben nicht leisten. (Guardian 20.2.06)