Beziehungen zwischen Tansania und China - 07/2013

Aus Tansania Information
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Besuch des chinesischen Präsidenten

Wenige Tage nach seiner Amtsübernahme am 14.3.13 besuchte Xi Jinping Russland, danach drei Länder Afrikas, Südafrika, DRCongo und als erstes Tansania, eine große Ehre für dieses Land. Xi Jinpings Ehefrau und hochrangige Regierungsbeamte begleiteten ihn.

Die Kontakte zwischen Tansania und China begannen schon, als China die Tanzania Zambia Railway (Tazara) baute.

In keinem Land Afrikas investierte China so umfangreich wie in Tansania, keines erhielt so viele Darlehen mit minimalem Zins.

Im kommenden Jahr will China den 50. Jahrestag des Beginns diplomatischer Beziehungen zwischen China und Tansania feiern.

Xi weihte das mit chinesischer Unterstützung errichtete Julius Nyerere International Conference Centre in Dar-es-Salaam ein. Anschließend hielt er eine Ansprache; er wehrte sich gegen die Behauptung, China wolle mit seinen Investitionen Afrika ausbeuten.

Kikwete erwiderte, er wisse, dass einige Länder Angst haben vor China. “Aber ich will der Welt sagen, dass wir (Tansanier) keine Angst haben, weil wir wissen, dass die Beziehung zu unserem Nutzen ist.” Xi’s Besuch habe ein neues Kapitel begonnen und Türen geöffnet für größere Investitionen und für Förderung der Kultur der fernöstlichen Nation in Tansania. Die herzlichen Beziehungen würden immer stärker. Der Name des Conference Centre passe genau, denn Nyerere sei der Gründer der tansanisch-chinesischen Beziehungen.

Kooperation, Projekte

Kikwete und Xi unterzeichneten Abkommen für 16 Entwicklungsprojekte auf dem Festland Tansania und drei für Sansibar. Es geht um infrastrukturelle Projekte, um Landwirtschaft und Energie, um Kultur und Entwicklung, incl. Verbesserung von Krankenhäusern, und um die Errichtung eines chinesischen Kulturzentrums.

Geplant ist auch der Bau des Hafens von Bagamoyo, der dreimal so groß werden soll, wie der Dar-es-Salaams, 20-mal so viele Lasten abfertigen kann. Eine 65 km lange Bahnstrecke soll Bagamoyo mit der Tazara und der Zentralbahn verbinden. Xi legte den Grundstein dieses Hafens.

Der Amtierende Direktor der Tazara berichtete, 2012 hätten China, Tansania und Sambia das 15. Kooperationsabkommen unterzeichnet. Es ermögliche die Reparatur der Rangierlokomotiven und die Beschaffung der dringend benötigten Ersatzteile und technische Unterstützung. Die Tazara sei das wichtigste Symbol der Freundschaft zwischen den drei Ländern. Die Eisenbahn wurde 1970-75 mit zinsfreien Darlehen Chinas finanziert. 1976 nahm sie den Betrieb auf. Nun ist sie ein Teil des regionalen Eisenbahntransportnetzes des südlichen Afrika.

Viele chinesische Vertragsfirmen bauen in verschiedenen Gebieten Tansanias Straßen und Gebäude. Ein großes Projekt ist die geplante Erdgas-Pipeline von Mtwara und Lindi nach Dar-es-Salaam.

China ist Tansanias zweitgrößter Investor. Es betreibt Unternehmen in Landwirtschaft und Förderung von Kohle und Eisenerz. Dadurch entstanden mehr als 18.000 feste Arbeitsplätze für Tansanier.

Die Regierung Sansibars schloss mit China einige Kooperationsverträge. China wird bei der Errichtung einer Intensivstation helfen und im Mnazi Mmoja Hospital moderne Geräte installieren. Es wird Planungsbeamte und Mitarbeiter für Public Relations ausbilden. Auch in der Fischerei, incl. Fischzucht, wollen die beiden Länder zusammenarbeiten.

Wirtschaft

Tansanias Export nach China stieg zwischen 2005 und 2010 von 101mrd/- auf 908mrd/- TSh, sein Import aus China im selben Zeitraum von 245mrd/- auf 1.213mrd/- TSh.

China öffnete seinen Markt für tansanischen Tabak und tansanisches Leder. Noch werden nahezu 90 % der Häute und Felle roh exportiert. Ein Abkommen legt fest, dass China seinen Tabak in Tansania kaufen wird.

Landwirtschaftliche Produkte, incl. Obst und Gemüse, sind in China willkommen. Ein Fachmann aus China sagte, es sei höchste Zeit, dass die Tansanier diese Produkte vor dem Export nach China verarbeiten und verpacken.

Weil der Geschäftsverkehr zwischen Tansania und China ständig zunimmt, richteten die CRDB-Bank, die Ecobank Tanzania Ltd. und die EXIM Bank Tanzania Ltd. eigens China-Bankschalter ein, um Investitionen, internationalen Handel und Infrastrukturprojekte zwischen Tansania und China zu unterstützen.

Kultur

Begleitet von Kikwetes Ehefrau besuchte die First Lady Chinas eine Sekundarschule für Schüler und Schülerinnen benachteiligter Familien. Sie schenkte ihnen 20 Nähmaschinen und 100 Schultaschen.

China plant, in Tansania ein kulturelles Zentrum zu errichten, in dem 100-120 chinesische Studierende unterkommen können.

Vizepräsident Bilal weihte das Confucius Institute der University of Dodoma (UDOM) ein. Es soll Kurse in chinesischer Sprache und Kultur anbieten. Bilal betonte, es stärke die historischen bilateralen Verbindungen zwischen China und Tansania weiterhin. UDOM-Verantwortliche hatten China besucht und ein Kooperationsabkommen unterzeichnet.

Tourismus

Tansania und China überlegen, wie chinesische Touristen am besten nach Tansania gelockt werden können. Man hofft auf 900.000 pro Jahr.

Eine Delegation erfahrener Regierungsmitarbeiter reiste zu einer Tourismus-Förderungskampagne nach China. In einer Erklärung des Ministeriums für Naturschätze und Tourismus heißt es, bei strategischen Treffen mit der National Tourism Administration of China (NTAC) u. a. sollten Partnerschaften zwischen Tourismusunternehmen begonnen werden. Auch chinesische Hotelinvestoren konnten die Delegation treffen. Im Augenblick hat die Tanzania National Parks Authority (Tanapa) in den Nationalparks 30 Investoren, vor allem solche aus den USA und Europa, keinen aus China. Außerdem sei chinesisches Fachwissen bei der Ausbildung des Tourismuspersonals hochwillkommen.

Ein chinesischer Millionär zeigte Interesse am Bau eines luxuriösen Quartiers im Serengeti National Park. Einige potenzielle Investoren erwägen, vor einer Entscheidung Tansania zu besuchen. Man ermutigt sie, die politische Stabilität des Landes für Investitionen zu nutzen. (DN 23./25./26./27./29.3./2./9./10./15./16./29.4./14.5.13; Guardian 25./26./29.3./1./9./10.4./16.5.13; Citizen 25./26.3./16./31.5.13; Sabahi 25./27.3.13; Deutsche Welle 25.3.13, Forum on China-Africa Cooperation 25.3.13)