Besuch des amerikanischen Präsidenten George W. Bush, 16.-19.2.08 - 03/2008

Aus Tansania Information
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Bakwata zum Bush-Besuch

Nur einen Tag nachdem eine Gruppe von Muslimen gedroht hatte, gegen Bushs Besuch zu protestieren, rief der National Muslim Council of Tanzania (Bakwata) die Tansanier auf, in Scharen zur Begrüßung Bushs zu kommen. Mufti Issa Shaaban Simba sagte, Bushs Besuch habe absolut nichts mit Religion zu tun, es sei falsch, ihn mit dem Bekenntnis zu irgendeinem Glauben in Verbindung zu bringen. "Die Tansanier aller Glaubensrichtungen müssen den Amerikanern im Geist der Gastfreundschaft begegnen", betonte er. "Bush vertritt Millionen von Muslimen, die in Amerika leben." Wer diesen Besuch verhindern will, zeige, dass es ihm an Liebe zu den amerikanischen Muslimen fehlt, er verstoße gegen die islamischen Gebote. Diese forderten, dass die Muslime einander und ihre Feinde lieben. (Guardian 14.2.08)

Besuchs-Programm

Bush besuchte fünf Länder Afrikas, Benin, Ghana, Liberia, Ruanda und Tansania. Dieser ist für Tansania der erste Besuch eines regierenden amerikanischen Präsidenten.

Nach der Landung auf dem Dar-es-Salaamer Flugplatz, dem Abschreiten der Ehrengarde, Darbietungen traditioneller Gruppen, geleitete Präsident Kikwete das Ehepaar Bush zu seinem Hotel. An den Straßen grüßten viele mit 'Vigelegele' <Trillern> und Winken.

Eine Pressekonferenz begrüßte Bush mit "Vipi Mambo? Für die Ungebildeten, das ist 'Howdy Y'all'? in Swahili", ein typisch texanischer Gruß.

Im State House unterzeichneten Bush und Kikwete den Vertrag der Millennium Challenge Corporation (MCC) <Organisation der US-Regierung, die Wirtschaftswachstum und Armutsbekämpfung in Entwicklungländern fördert>. Es geht um Unterstützung in Höhe von 698 Mio. US$ für Verbesserung der Straßen und der Strom- und Wasserversorgung. Bush sagte, wegen seines entschiedenen Kampfes gegen die Korruption, habe man Vertrauen zu Kikwete. Dieser sagte: "Verschiedene Menschen könnten unterschiedlicher Meinung in Bezug auf Ihr Vermächtnis sein. Für uns sind Sie ein guter Freund. Wegen des Guten, das Sie für Tansania und Afrika taten, wird man Sie in Erinnerung halten." Bush sagte, wegen seiner klaren Entwicklungspläne und der effizienten Verwendung der amerikanischen Unterstützung bleibe er während seiner fünftägigen Afrikareise besonders lange in Tansania.

Bei seinem Besuch des Amana Hospitals traf Bush HIV/ AIDS-positive Patienten. Er sagte, dieses Krankenhaus sei für seine Überzeugungskampagne das beste Demonstrationsobjekt, das er sich vorstellen könne, um den Kongress für die Finanzierung des von ihm angestrebten Programms zu gewinnen.

Die First Ladies, Laura Bush und Salma Kikwete, starteten den National Costed Plan of Action for Most Vulnerable Children in Tanzania (NCPA/ MVC), Kosten 43mrd/- TSh. Es geht um die Versorgung aller besonders bedürftigen Kinder. Das sind in Tansania 10-20 % aller Kinder. Ihre Zahl steige ständig, vor allem infolge von HIV/AIDS, berichtete Frau Kikwete.

Am 3. Tag landeten die Bushs auf dem KIA. Viele säumten die teilweise mit Blumen bestreute Straße nach Arusha.

Die Gäste besuchten das Emusoi Centre, ein Projekt der Maryknoll Sisters, das Mädchen nomadisierender Volksgruppen für Sekundar- und weiterführende Schulen vorbereitet.

Im Meru District Hospital schenkten die Bushs dort wartenden Schwangeren imprägnierte Moskitonetze bzw. Gutscheine für solche. Bush verkündete, USA und Tansania planten, 5,2 Mio. Moskitonetze zu verteilen, ausreichend für alle Kinder unter fünf Jahren.

Anschließend wurden die A-to-Z Textile Mills <Tans.-Inf. 02/08 S. 9> besucht, das Textilwerk, das die langlebigen imprägnierten Moskitonetze herstellt.

Bei der Verabschiedung auf dem Dar-es-Salaamer Flugplatz sagte Bush, die Art, in der Tansanier und Regierung ihn aufnahmen, hätten ihn beeindruckt. Er hoffe, eines Tages wieder zu kommen. (DN 14./15./16./17./18./19.2.08; Guardian 29.1./18./19./20.2.08; The Citizen 18.2.08; ThisDay 18./ 19.2.08)

Zur Sicherheit

Wenige Tage vor Bushs Besuch verhaftete die tansanische Polizei in Dar-es-Salaam vier, in Arusha fünf Personen, fünf Afrikaner, einen Asiaten und drei Araber. Man vermutet, sie wollten Bushs Besuch verhindern oder hätten Anschläge auf ihn geplant. Alle Festgenommenen waren von 20 Botschaften weltweit als Terrorverdächtige auf die schwarze Liste gesetzt worden. Einer soll einer der am meisten gesuchten aus Kenia sein. (Guardian 21.2.08; ThisDay 21.2.08; The Nation (Nairobi) 21.2.08)

In Dar-es-Salaam hatten amerikanische Sicherheitskräfte die Überwachung übernommen. Militärhubschrauber kreisten über dem Regierungsgebäude, Hunde durchsuchten das Gelände.

Die tansanische Polizei musste das akzeptieren. Bei anderen Staatsbesuchen ist sie für die Sicherheit zuständig. (Guardian 19.2.08; Citizen 18.2.08)

Laut einer Erklärung des State House steht Bushs Besuch nicht in Zusammenhang mit der Einrichtung eines US African Military Command (Africom, Afrika Militärkommando) in Tansania. Die USA planten keineswegs, in Tansania eine Militärbasis einzurichten. Äußerungen von Medien, Akademikern und Bürgern hätten das State House zu dieser Erklärung gezwungen, heißt es. (Guardian 20.2.09)