Bedeutung und Probleme des Tourismus - 08/2012

Aus Tansania Information
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Wirtschaftliche Bedeutung

Der Tourismus ist der am raschesten wachsende Wirtschaftszweig Tansanias. Er beträgt 17,2 % des BSP und trägt 41,7 % der Devisen bei. (Guardian 25.3.12)

Tansanische Touristen gibt es fast überhaupt nicht. Die hohen Reise- und Hotelkosten verhindern ein Wachstum dieses Sektors, obwohl Einheimische für den Eintritt nur 1.500/- TSh bezahlen müssen. (DN 10.7.12)

Landungen am KIA

Tansania will erreichen, dass mehr internationale Fluggesellschaften am Kilimanjaro International Airport (KIA) landen, damit noch mehr Touristen, den Kilimanjaro sehen wollen. Außer KLM, Ethiopian Airlines, South African Aiways, Edelweiss Air und Condor Air wollen nun auch Qatar Air, Turkish Airlines und Emirates Air den KIA anfliegen.

Tansania reagiert auf die 'Bedrohung' durch den Plan Kenias, bei Taveta, 5 km von der Grenze Tansanias entfernt, einen internationalen Flugplatz zu bauen. (DN 18./26.7.12; Guardian 27.7.12, Citizen 27.7.12)

Nord- und Südtansania im Vergleich

Zehn der 15 Nationalparks liegen im südlichen und westlichen Teil Tansanias, doch 80 % der Touristen aus dem Ausland besuchen den Serengeti Nationalpark, den Kilimanjaro, den Manyarasee, den Arusha- und den Tarangire Wildpark im Norden des Landes. 90 % der Touristen wollen Wild sehen.

Wenig bekannt sind die Halbinseln des Tanganyikasees, Gombe und Mahale, und der Katavi Nationalpark. Die Regierung plant, durch ehrgeizige Straßenbauprojekte den Southern Corridor zu öffnen. Als 16. Nationalpark kommt demnächst das Saa-Nane Island dazu.

Um den Verkehrsstau auf der Route zum Ngorongoro-Krater zu verringern, soll der Tanzania Tourist Board (TTB) zusammen mit dem Ministerium für Naturschätze und Tourismus die 'Südroute' fördern. (DN 10.7.12; Guardian 4.7.12)

Kulturelle Angebote

Bei einem Ausbildungsprogramm für nachhaltigen Tourismus ging es darum, Touristikunternehmen über verantwortungsvollen Tourismus und über Ökozertifizierungssysteme zu unterrichten.

Der Information Officer des TTB berichtete, der TTB plane, dafür zu sorgen, dass die Gesellschaft umfassend am Tourismus beteiligt ist. Sie soll Touristen anlockende traditionelle Tätigkeiten fördern. Anfangs werde sich das Programm vor allem auf die Regionen Mtwara, Lindi, Ruvuma, Mbeya und Iringa konzentrieren. Dort hätten die Einwohner noch nicht erkannt, in welchem Maß ihre kulturellen Aktivitäten die Touristen beeinflussen können. Der TTB-Mitarbeiter sagte: "Es ist für das Land sehr wichtig, seine Identität zu bewahren, denn das weckt bei Touristen das Interesse am Besuch des Landes. Man muss den Touristen einheimische Tänze, Speisen, Getränke und Wohnungen zeigen." Die meisten Touristen aus Übersee wollten pesönliche Erfahrungen sammeln durch ein Zusammentreffen mit Einheimischen und den Genuss lokaler Produkte. Das Programm der Reiseunternehmen solle sich nicht mehr auf das Programm Flugplatz-Hotel-Wildreservate beschränken; sie müssten kreativ sein, den Touristen ermöglichen, heimische Objekte und Produkte zu kaufen, betonte er. Interessieren könnten auch traditionelles afrikanischer Dorfleben, Hochzeitszeremonien und die unterschiedlichen Kulturen der verschiedenen Volksgruppen, außerdem die Ruinen von Kilwa, die Tongoni-Ruinen, die Amboni-Höhlen und die Felsmalerei in Kondoa. (DN 21./22.3.12; Guardian 21.3.12)

Probleme

Der Präsident Sansibars sagte, Schmutz, streunendes Vieh, Hausbau in nicht erschlossenen Gebieten und Verkehrsunfälle beschmutzen des Image Sansibars. Einwohner und Verantwortliche sollten diese Probleme beseitigen; sie machten auch die Touristen unglücklich. "Wir brauchen sichere Verhältnisse für Besucher und Touristen, denn sie sind "die Hauptquellen unserer Einnahmen", betonte er. (DN 25.3.12)

Eintrittsgebühren

Bei einem Treffen mit dem Minister für Naturschätze und Tourismus kritisierten Vertreter der Tanzania Association of Tour Operators (TATO) den Beschluss der Regierung, die Eintrittsgebühr für historische Stätten um 900 % anzuheben, von 2 US$ auf 18 US$ pro Tag und Person.

Der Minister versprach, eng mit der TATO zusammenzuarbeiten. (Guardian 25.3.12)

Vorbehalte in Sansibar

Viele Abgeordnete des Parlaments von Sansibar fordern, die Regierung müsse die Kultur Sansibars und die Arbeitschancen für die Sansibarer schützen: Im Tourismus dominierten Nicht-Sansibarer und Nicht-Tansanier. Man könne nicht zulassen, dass Leute von außerhalb einfach nach Sansibar kommen. Die Gesetze würden kaum beachtet. Das führe zu moralischem Verfall, und dazu, dass die Kinder die unanständige Art, sich zu kleiden, nachmachen. (DN 6.4.12)

Frauen in der Touristik

In der kurzlich gegründeten Organisation Association of Women in Tourismus Tanzania (AWOTTA) haben die im Tourismus beschäftigten Frauen nun eine Plattform. Die Gründerin und erste Vorsitzende sagte: "AWOTTA wird mit Planern und Landbesitzern kooperieren, um den Frauen im Tourismusgeschäft zu helfen."

Die bisher 30 Mitglieder kommen aus Dar-es-Salaam, Sansibar, Mwanza, Tanga, Moshi und Bunda. (DN 3.5.12; Guardian 25.4.12)

Bezahlung mit Bankcard

Seit die NCAA vor knapp einem Jahr die Bezahlung mit Chipkarte einführte, ersparte sie nahezu 20mrd/- TSh. Früher musste in bar bezahlt werden. Dabei ging durch dubiose Transaktionen viel Geld verloren. 2010 nahm die NCAA 37,2mrd/- TSh ein, im vergangenen Jahr 52mrd/- TSh. Viele Reiseunternehmen und ihre Fahrer müssen sich erst an die Chipkarte gewöhnen. Weil einige von der Bezahlung mit Bargeld profitierten, versuchen sie das System elektronischer Bezahlung zu torpedieren", berichtete ein NCAA-Verantwortlicher. (Arusha Times 5.5.12)

Ausbildung

In Dar-es-Salaam wurde der Campus des neuen National College of Tourism eingeweiht. 300 Studierende wollen ein Zertifikat bzw. ein Diplom in Kochen, Hotelcatering, Raumpflege oder für die Arbeit an der Rezeption erwerben. (DN 11.12.11)

Neben den sechsmonatigen Kursen für Tour Guides gibt es nun auch zweiwöchige Kurzkurse. Die Teilnehmenden sind vor allem erfahrene Leute. (DN 2.7.12

Kooperation in der Region

Um die Einnahmen der Region Ostafrika zu steigern und die Region als gemeinsames Ziel zu vermarkten, harmonisierten Tansania, Uganda und Kenia nach langen Verhandlungen die Touristen-Visa. Jedes Land verlangt jetzt 50 US$.

Der Minister für Naturschätze und Tourismus Tansanias gab zu, die Verhandlungen über ein gemeinsames Touristenvisum hätten sehr lange gedauert. Doch Tansania ziehe sich nicht wegen wirtschaftlicher Differenzen mit den Nachbarn zurück, denn dadurch riskiere es, Besucher zu verlieren.

An der dreitägigen Messe Karibu Travel and Tourism in Arusha beteiligten sich mehr als 250 Aussteller aus Uganda, Ruanda, Kenia, Tansania und der Demokratischen Republik Kongo. (Citizen 28.3.12; East African Business Week 17.6.12)

Werbekampagne

Der von Tansaniern betriebene, in Großbritannien ansässige Seehafenspediteur Serengeti Freight Forwarders führt in London, Manchester und Birmingham während der Olympiade eine Werbekampagne für Tourismus in Tansania durch. Mehr als zehn Fahrzeuge, unter ihnen riesige Laster, Landrover und Rangerover werden mit Bildern von tansanischen Touristenattraktionen versehen. (DN 24.7.12)