Baumwollproduktion und Textilindustrie - 02/2008

Aus Tansania Information
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Baumwollanbau, -preise

Kikwete drängte die Baumwollanbauer, die Produktivität zu steigern: "Einige ernten pro ha nur 260 kg, andere 930 kg. Ziel des Landes ist, pro 1 ha 1.000 kg zu ernten."

Die Produktionsmenge war wechselnd.

05/06: 14.624 t,

06/07: 24.326 t,

07/08 voraussichtl. 38.970 t. Auch die Erzeugerpreise veränderten sich.

Preis für 1 kg

02/03: 180/- TSh,

03/04: 263/- TSh,

04/05: 280/- TSh,

05/06: 230/- TSh,

06/07: 350/- TSh

.(DN 27.8./25.9.07)

Weil die Nachfrage größer ist als das Angebot, erwartet man, dass der Baumwollpreis auf dem lokalen und internationalen Markt steigt. Deshalb soll die Baumwollproduktion wieder belebt werden. Wegen niedriger Preise war sie während der letzten zehn Jahre von vielen Landwirten aufgegeben worden. (Citizen 12.8.07)

Um die Produktion von Baumwolle zu fördern, gewährte die Regierung für 07/08 für Baumwoll-Pestizide 1,4mrd/- TSh. Man will 15.000 t Qualitäts-Baumwollsaat an die Landwirte verteilen. (DN 16.11.07)

Lage der Fertigung

Der Textilsektor hatte Anfang der 80er Jahre einen Wert von 500 Mio. US$. Explodierende Produktionskosten und billige Importe aus China u. a. Ländern Asiens trafen ihn schwer. Als man die meisten staatseigenen Betriebe privatisierte und investiert wurde, erholte er sich. Im Augenblick gibt es in Tansania 14 Textilwerke. Fünf exportieren Faden und afrikanische buntbedruckte Tücher, Khanga genannt, in die Region, vier vor allem nach Europa und in die USA; gefragt sind dort T-Shirts und ungebleichter Stoff. Die restlichen Firmen produzieren überwiegend bedruckten Stoff für den heimischen Markt. Einige stellen den Stoff selbst her, andere importieren weißen Stoff aus Indien und Pakistan. (The East African 29.5.07)

Juma Ngasongwa, Minister für Planung und Wirtschaft ermunterte die Textilwerke, ihre Produktpalette zu erweitern, neben Khangas und Kitenges auch Shirts, T-Shirts u. a. zu produzieren. Dann werde nicht mehr so viel Secondhandkleidung abgesetzt. (Guardian 16.11.07)

A-to-Z Textile Mills

Die A-to-Z Textile Mills starteten mit dem japanischen Chemie-Giganten Sumitomo ein Gemeinschaftsunternehmen und gründeten in Kisongo, einem Stadtteil von Arusha, ein großes Werk, in dem man die langlebigen mit Insektiziden imprägnierten Moskitonetze 'Olyet' herstellt. Noch werden 90 % der 70 Mio. Moskitonetze, die man in Afrika benötigt, aus Vietnam, Thailand und China importiert. Olyet ist die erste Marke, die die WHO empfiehlt, die einzige, die sie voll und ganz anerkennt. Die Firma hat z. Zt. 5.500 Angestellte. Doch als die Regierung eine Anhebung des Mindestlohns für Fabrikarbeiter auf 150.000/- TSh pro Monat bekanntgab, entließ die Firma 133 Angestellte, rief sie aber zurück, als die Anhebung auf Jan. 08 verschoben wurde, weil für die Verhandlungen mit den Interessenvertretern mehr Zeit zur Verfügung stehen müsse. Die Textilwerke schlugen eine Festsetzung des Mindestlohns auf 72.000/- TSh vor. (Citizen 7.11.07; Arusha Times 13.10.07)

21st Century Textiles Ltd.

Die 21st Century Textiles Ltd. in Morogoro, eine METL-Tochtergesellschaft, startete ein 100 Mio. US$-Ausbauprojekt. Man wird die Spinn-, Web- und Verarbeitungskapazität verdreifachen, die Maschinen reparieren und modernisieren, außerdem mit dem Anbau und der Entkernung von Baumwolle beginnen. Ein METL-Repräsentant sagte, 03 habe man die Fabrik gekauft, um sie zu Ostafrikas größtem Textilwerk zu entwickeln. Es ist eines der Hauptlieferanten von Leintüchern, Hemden, Anzugstoff, Kitenges. (The E. A. 29.5.07)

Kibotrade Textiles Ltd.

Ein Direktor der Firma sagte, manche Textilwerke Tansanias verarbeiteten importierten Stoff, weil er besser und preiswerter sei als heimischer. Bisher hätten sie nichts gefunden, was in Preis und Qualität mit Ware aus Kenia, Uganda oder Mauritius konkurrieren könne. (Guardian 30.11.07)

New Kilimanjaro Textile Mills

Nur sechs Jahre nach ihrer Wiedereröffnung schlossen die New Kilimanjaro Textile Mills (Kiltex), Arushas drittgrößtes Textilwerk, "vorübergehend". Man erwarte Maschinen aus dem Ausland. Die Angestellten sind skeptisch. Die Maschinen seien schadhaft, es fehle an Ersatzteilen, werfen sie der Firma vor. Um keinen Verlust zu machen, zahle sie 800 Arbeitnehmern eine Abfindung. Aber viele von ihnen fürchten, sie falle zu gering aus. Einige, die sechs Jahre arbeiteten, hätten nur 200.000/- TSh erhalten. Überstunden seien nicht vergütet worden. Man werde sich an die Regierung wenden. Es ist schwer, eine neue Stelle zu finden, denn auch die beiden anderen Textilwerke Arushas reduzieren ihre Belegschaft.

KILTEX, ehedem wie Sungura Textiles, Urafik und MATEX eine staatseigene Firma, wurde 2001 privatisiert. (Guardian 8.11.07; Arusha Times 17.11.07)

Nida Textile Mills Ltd.

Die Regierung forderte, um den Baumwollanbau zu fördern, sollten die Textilwerke zu 100% im Land produzierte Rohstoffe verwenden. Mit diesem Ziel gründete die Nida Textile Mills Ltd. in Kahama (Shinyanga-Region) ein kleines Werk, das eigenen Rohstoff verarbeitet. Leintücher und die bunt bedruckten Khangas und Kitenges werden nach Mosambik, Malawi, Uganda, Südafrika und in einige europäische Länder verkauft. Früher exportierte man große Mengen unverarbeiteter Baumwolle. Ein Direktor der Firma berichtete, man habe 2.500 Arbeitsstellen geschaffen. Die Baumwollproduzenten bekämen für 1 kg 450/- TSh. In den Vorjahren seien es pro 1 kg nur 150/- TSh gewesen. (Guardian 23.10.07)

Minister Ngasongwa gratulierte der Firma zur Produktion von Leintüchern und Vorhängen internationalen Standards für den Weltmarkt. (Guardian 16.11.07)

Die Firma erwarb im Bagamoyo-Distrikt (Küsten-Region) Land. Sie verteilte Saatgut an Landwirte und versprach, statt wie üblich für 1 kg 150/- TSh werde sie 450/- TSh bezahlen. Weil Tansania hochwertige Baumwolle produziere, sei die Ware der Firma lokal und international konkurrenzfähig. (Guardian 11.12.07)

Sun-Flag Textile Mills

Die Sun-Flag Textile Mills in Arusha installierte für automatisches Imprägnieren der Moskitonetze vier neue Maschinen, um zu verhindern, dass die Angestellten schädliche Gase einatmen müssen. Im Mai 07 waren sechs Arbeitnehmerinnen wahrscheinlich wegen des Einatmens belas-teter Gase ohnmächtig geworden. <Siehe Tans.-Inf. 6/07 S. 3> Damals wurde die Produktion imprägnierter Netze eingestellt. Um sicher zu gehen, dass die imprägnierten Netze unschädlich sind, wird man einige im Ausland prüfen lassen. (Arusha Times 1.9.07)

Urafiki, Tanzania-China Friendship Textile Company (FTC)

Die Firma schuldet 1.000 Angestellten an Urlaubsgeld, Lohn für Überstunden u. a. Mio. von TSh. Deshalb bschloss sie, statt mit Bargeld mit Stoffballen zu entlohnen. Der Gewerkschaftsverband der Arbeitnehmer in Industrie- und Handel untersagte der FTC dieses Vorgehen.

Weil die Firma die neuen Löhne nicht bezahlen könne, entließ sie 500 Gelegenheitsarbeiter. Arbeitsminister Chiligati drängte die FTC-Leitung nun, alle Arbeitnehmer wieder einzustellen, die Begründung, man habe kein Geld, sei fadenscheinig. Einer der TFC-Direktoren erwiderte, die Entlassung sei in Panik geschehen. Doch bei der Entlohnung mit Stoffballen sei man auf einen Wunsch der Arbeitnehmer eingegangen. (Guardian 12.11.07)