Aussenbeziehungen ‐ 10/2026
Sambia
Die Wahl am 13.08.2026 hatte Präsident Hakainde Hichilema nach Angaben der sambischen Wahlkommission mit 61 % der Stimmen eindeutig gewonnen und sich damit eine zweite fünfjährige Amtszeit gesichert - sein Kontrahent, der Anwalt und Parlamentsabgeordnete Brian Mundubile, war auf unerwartete 38% gekommen, zehn weitere Kandidaten hatten, weit abgeschlagen, unbedeutende Ergebnisse erzielt. Zu seiner Vereidigung am 2. September in Lusaka reisten die Präsidenten der Nachbarländer an, auch Präsidentin Hassan.
Hichilema und Hassan nutzten die Gelegenheit, um die Fortführung der von ihren Vorgängern Kenneth Kaunda und Julius Nyerere begründeten „Bruderstaaten“-Tradition zu versprechen. Gemeinsam würden sie sich für die Aufrechterhaltung von Frieden, Sicherheit und Stabilität in der Region einsetzen. Politische Differenzen sollten friedlich am Tisch durch Dialog geklärt werden, statt Konflikte eskalieren zu lassen. Beide Präsidenten sicherten einander Unterstützung in Handels- und Investitionsfragen zu und vereinbarten die Fortsetzung ihrer wirtschaftlichen Kooperation, in deren Zentrum die Erneuerung der Eisenbahnstrecke von Dar es Salaam nach Kapiri Mposhi (TAZARA, 1.860 km), der Neubau einer Gaspipeline von Dar es Salaam nach Ndola, parallel zur existierenden Dieselpipeline (TAZAMA, 1.720 km), sowie die Schaffung eines gemeinsamen Stromnetzes für Tansania, Kenia und Sambia stehen. Der Hafen von Dar es Salaam und der Zugang zu ihm sind für den Binnenstaat Sambia von größter Bedeutung. Sambia weist nach der DR Kongo das zweitgrößte dort umgeschlagene Handelsvolumen auf (im Zeitraum 2021-2024 von 121 Mio. $ auf 310 Mio. $ erhöht).
BBC, 01.09.2026, Guardian, 03.09.2026
UN-Generalversammlung
Tansania bewirbt sich für 2029-2030 um einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat, so Vizepräsident Deogratius Ndejembi bei seiner Präsentation vor der UN-Generalversammlung am 22. September in New York, um dort mit „starker afrikanischer Stimme“ aufzutreten. Tansania wolle Konflikte entschärfen, bevor sie sich zu Kriegen auswachsen, bestehende Konflikte mit friedlichen Mitteln schlichten sowie die Teilhabe von Frauen und der Jugend stärken. Außerdem forderte er eine Reform der internationalen Finanzordnung, zusätzliche Klimafinanzierung und ein Ende einseitiger Sanktionen wie etwa gegen Kuba und Simbabwe.
Tansania gehörte dem Sicherheitsrat bisher 1975-1976 und 2005-2006 an. Die Afrikanische Union befürwortet einen ugandischen Kandidaten für die ostafrikanische Region. Mitglieder der SADC wollen Tansania unterstützen.
Guardian, 24.09.2026, FokusAfrika, 27.09.2026