Aus der Gesellschaft ‐ 10/2021

Aus Tansania Information
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Selbstmorde nehmen zu

In den letzten 10 Jahren haben Selbstmorde unter jungen Leuten zugenommen. Im Jahr 2016 wurden 3000 Selbsttötungen vermeldet, was Tansania auf den 4. Platz dieser Statistik unter den afrikanischen Ländern bringt. Die Psychiaterin Praxeda Swai vom Mhuhimbili National Hospital äußerte sich zu der Situation anlässlich des internationalen Aktionstages gegen Suizid im September. Sie konstatierte eine ernsthafte Krise der geistigen Gesundheit im Lande. Soziale und wirtschaftliche Nöte würden bei jungen Menschen zu einer Mischung seelischer Probleme führen, die eine Welle von Selbsttötungen auslösen können. Es sei in der tansanischen Gesellschaft nicht selbstverständlich, bei geistigen Problemen Hilfe zu suchen oder in der Familie offen darüber zu reden.

Anadolu 09.09.21

35.000 Straßenkinder

Laut Gesundheitsministerium gibt es über 35.000 Straßenkinder (die britische NGO Consortium for Street Children arbeitet in ihren Spendenaufrufen mit der Zahl von 430.000 Straßenkindern in Tansania. Red.). Die Regierung kämpft seit Jahren mit diesem Problem. In den vergangenen 5 Jahren seien 8.300 Kinder durch verschiedene Einrichtungen erreicht worden. In einem nicht genannten Zeitraum wurden 1500 Kinder wieder in ihre Familien gebracht. Eine Herausforderung sei die mangelnde Zusammenarbeit zwischen verschiedenen auf diesem Feld arbeitenden Akteuren.

Guardian 14.09.21

Heiliger Krach II

Der Ärger mit dem Krach aus Kirchen und Moscheen beschäftigt nun auch den neuen Regionalkommissar von Dar es Salaam, Amos Makalla, nachdem sich bereits seine Vorgänger dem Thema widmen durften. Auf einer Sitzung des Umweltausschusses mit Vertretern der Kirchen und Moscheen berichtete Makalla, dass er auf seiner Vorstellungstour durch alle Teile der Stadt knapp 1000 Anliegen von Einwohnern entgegengenommen habe; nach Landfragen, Wünschen hinsichtlich der Infrastruktur und Erbstreitigkeiten waren 85 Beschwerden wegen Lärm das vierthäufigste Thema. 65x ging es um Kneipen und Diskotheken, und 20x um gottesdienstliche Gebäude. Er habe gerade eine Polizeirazzia gegen die lauten Kneipen angeordnet, aber bei den religiösen Gebäuden setze er auf die Einsicht der Betroffenen. Offenkundig war bei diesen noch nicht die Anordnung von Umweltminister Selemani vom Juni des Jahres angekommen, der "ab sofort" hohe Strafen für Lärmsünder verkündet hatte. Und die tansanische Lärmschutzverordnung von 2015, die für Gottesdienststätten in Wohngebieten 60 Dezibel tags und 40 db nachts erlaubt, ist nun ganz und gar exotisch.

Guardian 30.09.21