Aus der Gesellschaft ‐ 03/2022

Aus Tansania Information
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Wetterglaube

Der regionale Polizeikommandant von Katavi in Westtansania hat traditionellen Heilern gedroht, die natürliche Unglücke wie Blitzschlag als Hexerei bezeichnen und damit beschuldigte Menschen in Gefahr bringen. Er forderte die Bewohner Katavis auf, auf die Bekanntmachungen des Wetter­dienstes zu achten und deren Warnungen Folge zu leisten, und sich beispielsweise bei angesag­ten Gewittern nicht unter Bäume zu stellen. Blitzschläge würden nicht von Menschen verursacht, sondern seien natürliche Geschehnisse, gegen die man Vorsichtsmaßnahmen treffen kann.

Nipashe 09.02.22

Konflikt Bauern – Hirten

Im Distrikt Kilindi (Tangaregion) forderten Zusammenstöße zwischen Bauern und Massaihirten fünf Todesopfer. Diese Konflikte entstehen immer wieder, wenn Hirten ihre Rinder in der Nähe von Ackerflächen weiden, die Tiere auf die Felder geraten und Bauern Schadenersatz fordern, wobei leicht eins oder mehrere Tiere als Unterpfand genommen werden. Umgekehrt geschieht es, dass Bauern neue Felder im Buschland anlegen, das bisher die Hirten für sich hatten. In Kilindi hatte es erst im Dezember 2021 Zusammenstöße mit zwei Todesopfern gegeben. Der Konflikt soll im Bereich dieses Distrikts bereits seit 20 Jahren vorhanden sein. Anfang Februar erschien der nationale Poli­zeikommandeur Sitto persönlich vor Ort und drohte allen Beteiligten härteste Konsequenzen an.

Citizen 31.01.2022; Guardian 01.02.22, Xinhua 02.02.22

Mathematikprüfungen

Die landesweiten Abschlussprüfungen 2021 der ersten Sekundarstufe (Form IV Kl. 11) in Mathe­matik wurden jetzt veröffentlicht und sind wieder außerordentlich schlecht. Nur 19.5% aller Schü­ler bestanden das Fach. In dieser Stufe liegen die Mathe-Durchfallquoten seit 10 Jahren bei über 80%. Erziehungsminister Adolf Mkenda will es jetzt mit materiellen Anreizen probieren. Bei einer Veranstaltung im Dar es Salaamer Stadtbezirk Ubungo kündigte er an, dass allen Schülerinnen und Schülern, die die drei besten Notenstufen in Mathematik erzielten, eine dreitägige Reise in den Saadani Nationalpark spendiert wird. Jeder Mathelehrer erhält eine Prämie von TSh 100,000 (€40) für jeden Schüler, der “Sehr Gut” oder “Gut” erreicht hat. Alle Schulleiter, an deren Schule “Sehr Gut”-Ergebnisse in Mathematik vorkamen, bekommen ebenfalls eine Zulage. von TSH 100,000.

Ein Kommentar im Citizen griff die Ergebnisse auf und forderte eine Umorientierung der Bildung hin auf Spitzenförderung, nach israelischem Vorbild. Tansanier sollten aufhören, sich zu belügen; was hier “ausreichend bestanden” genannt werde, sei nur Mist (“absolute bullshit”). Man solle allen “A”-Absolventen sofortige Anstellung beim Staat zusagen, und würde umgehend Ergebnisse se­hen. Ansonsten müsse überlegt werden, was sehr gute Schüler nach der Schule machen können, da die Qualität der Hochschulen auch zu wünschen übriglasse.

Citizen 03.02.22

Schullandregistrierung

In der Region Mbeya sollen alle Grundstücke von Schulen und anderer öffentlicher Einrichtungen grundbuchmäßig erfasst werden. Viele Schulen wurden in ländlichen Gebieten auf Land angelegt, für das noch keine Vermessung stattgefunden hat. Konflikte über die Landrechte nehmen mit der zunehmend dichten Besiedlung zu. Mit der Registrierung sollen die Schulen geschützt werden.

Guardian 09.02.22

Unterernährte Kinder

In der Region Manyara hat sich die Zahl der wachstumsgestörten Kinder nur geringfügig von 36,7% (2014) auf 36,1% (2018) verringert. Wachstumsstörungen treten auf, wenn Kinder unter- oder fehlernährt sind. In Afrika betrifft dies laut Weltgesundheitsorganisation mehr als ein Drittel al­ler Kinder, in Tansania ist der Durchschnitt landesweit bei 31%. Fast die Hälfte aller stillenden Müt­ter leidet an Blutarmut. Der Regionalkommissar forderte bei einer Tagung in Manyara die örtlichen Selbstverwaltungen auf, pro Kind unter 5 Jahren jährlich einen Betrag von TSh 1,000 für die Ver­besserung der Ernährung einzuplanen.

Guardian 10.02.22

Naturmedizin

Nach Erkenntnissen des Gesundheitsministeriums benutzen über 60% aller Tansanier traditionelle Heilmittel, bevor sie medizinische Einrichtungen aufsuchen, oder nachdem sie dort behandelt wur­den. Das Ministerium bemüht sich, eine größere Zahl von traditionellen Heilern in seine Fortbildun­gen einzubeziehen. Das soll die Gewinnung von Naturheilmitteln, ihre Zubereitung, Lagerung und der Gebrauch so verbessern, dass die Gesundheitsrisiken für Patienten verringert werden. Laut ei­ner Sprecherin des Ministeriums hätten sich etwa 20 Naturheilmittel beim Einsatz in der Cocid-19-Epidemie als wirksam erwiesen.

Nipashe 17.02.22