Alternative Energielieferanten - 03/2012

Aus Tansania Information
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Biogas

Die United Nations Industrial Development Organisation (Unido) unterstützte in der Tanga-Region die Installation eines Biogas-Projektes, das aus Sisal-Abfall 300 KW für eine Sisal-Fabrik und ihre Mitarbeiter erzeugen kann. Überschüssigen Strom will man ins Netz einspeisen. Seit 1990 wurden die Chancen dieses Projektes untersucht. Es ist weltweit das erste seiner Art. (Guardian 12.12.11)

Holz- und anderer Abfall

Aus Holzresten, Sägemehl, Gras, Kokosfasern und -schalen wird Biobrick-Holzkohle hergestellt. (Guardian 29.7.11)

Die Mufindi Paper Mills Ltd. (Iringa-Region) gewinnt aus Abfallholz 10 MW für den eigenen Strombedarf. Sie will nun 35 MW erzeugen, die überschüssige Menge ins landesweite Netz einspeisen. (DN 5.10.11)

Einige Personen, die energiesparende Kocher verwenden, kritisierten, sie seien teuer aber nicht haltbar. Sie habe 30.000/- TSh bezahlt, sagte eine Frau. Ein Mitarbeiter der Tanzania Traditional Energy Development and Environment (TATEDO) berichtete, sie verlangten für einen Kocher 10.000/- bis 15.000/- TSh. Ihre Techniker reparierten beschädigte für 2.000/- bis 2.500/- TSh. Von imitierten für 5.000/- TSh könne man nicht viel erwarten.

Die Kocher kann man mit Schoten und Sägemehl betreiben. (DN 14.1.12)

Jatropha, Agrosprit

Jatropha wurde ehedem abgelehnt, weil man fürchtete, die Lebensmittelproduktion werde bedroht. Nun wird diese Pflanze immer beliebter. In Nord- und Zentraltansania bauen 19.000 Kleinbauern Jatropha an. Früher wurden für 1 kg Jatropha-Samen 80/- TSh bezahlt, nun bekommt man 300/- TSh. 2010 wurde 1 t verkauft, Januar bis Juni 2011 waren es 105 t. (Guardian 29.7.11)

2008 wurden der Sun Biofuels Plc. (SBF) im Kisarawe-Dis-trikt (Küsten-Region) 8.000 ha Land zugeteilt. Doch seit Ende September 2011 ruht die Arbeit auf der Kisarawe Jatropha Farm. Der Manager forderte die mehr als 300 Angestellten auf, ihre Abfindung abzuholen und die Farm bis auf Weiteres zu verlassen. Finanzielle Probleme zwangen die Firma, den Betrieb einzustellen.

Das ist das zweite Mal in weniger als fünf Jahren, dass ein ausländisches Unternehmen seine Jatropha-Projekte aufgeben muss, klagen die Angestellten. Wegen weltweiter Rezession gab die niederländische BioShape Holdings, die im Kilwa-Distrikt (Lindi-Region) 34.000 ha erworben hatte, ihre Farm auf; sie hatte 100 Angestellte und 700 Gelegenheitsarbeiter.

SBF hatte 20.000 ha beantragt. 11 Dörfer stellten 9.000 ha zur Verfügung. 800m/- TSh hatte man als Abfindung in Aussicht gestellt, doch weniger als 300m/- TSh wurden bezahlt. SBF wollte den Markt der EU mit Jatropha-Samen für die Produktion von Biodiesel versorgen.

Die EU verlockte viele multinationale Energiefirmen zu Investitionen in erneuerbare Energie in Entwicklungsländern wie Tansania. Fast alle sind nahe am Zusammenbrechen oder haben bereits geschlossen. (DN 3.10.11)

Bei einer Konferenz zum Thema Agrosprit und Ernährungssicherheit sagte der Minister für Ostafrikanische Zusammenarbeit, ehe sie Leitlinien für die Entwicklung des Agrosprits verabschieden, sollten die Regierungen der Länder Ostafrikas diese kritisch prüfen, damit die Region Versorgungssicherheit behalte, denn wird die Produktion von Agrosprit entwickelt, würden große Anbauflächen für Exportprodukte benötigt. Die Einwohner würden gezwungen, Arbeitnehmer auf diesen Farmen zu werden und den Anbau von Nahrungsmitteln aufgeben. Das führe zu Lebensmittelverknappung in diesem Gebiet.

Die Konferenz wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung organisiert. Unter den Teilnehmenden waren Kenianer, Ugander, Tansanier und einige Fachleute aus Deutschland. (DN 25.2.12)

Bei den meisten Landkonflikten konkurrieren Landwirte mit Investoren. Diese wollen für die "edle Sache" für Biosprit geeignete Pflanzen anbauen, Jatropha, Zuckerrohr, Palmöl, Reis und Mais. Dazu kommt, dass vor allem Politiker überzeugt sind, es gebe viel Land, das "zu wenig genutzt", "verlassen" ist.

Die Dorfbewohner werden von den Investoren meistens mit leeren Versprechungen verlockt. Endlich stimmen sie dem Erwerb großer Ländereien zu. Aber die Zusagen werden nicht eingehalten. (Citizen 4.2.12)

Sonnenwärme

Im Rahmen des Family Solar Energy Project stellt Childreach International Tanzania (CIT) Familien in vier Dörfern der Kiliman-jaro-Region 400 die Wärme der Sonne nutzende Kochkisten, sog. Kyoto Boxes, zur Verfügung, pro Dorf je 100. Hergestellt wurden sie von Kyoto Energy Ltd. in Nairobi. Jede Familie zahlt als Pfand 12.000/ TSh.

Auch die anderen vier Distrikte der Kilimanjaro-Region sollen solche Solarkocher erhalten. (DN 30.9.11)

Rex Energy lieferte dem in Arusha ansässigen Nelson Mandela African Institute of Science and Technology (NM AIDST-Arusha) Wassererhitzer und montierten sie dort. (Arusha Times 19.11.11)

Wasserkraft

Das Technical College of Arusha nutzt in den Distrikten Meru und Arusha-Land Wasserkraft der Bäche und einiger Wasserfälle zur Stromgewinnung.

Es plant, 50-100 KW ins landesweite Netz einzuspeisen. Im Augenblick gewinnt es 10-15 KW für 20 Haushalte im Dorf Makumira und für eine Sekundarschule (kostenlos). Es gibt dort keine Stromsperren! Landesweit fällt der Strom jeden Tag 18 Stunden aus. (Arusha Times 13.8.11)

Windenergie

Das Comprehensive Community Based Rehabilitation Hospital in Tanzania (CCBRT) ist stolzer Eigentümer eines Windrades, das 1 KW Strom liefert. 44 behinderte Auszubildende lernten in einem zweiwöchigen Kurs, wie man von Wind angetriebene Turbinen baut, montiert und installiert. (DN 14.10.11)

Die Wind East Africa Ltd. erhielt von der Energy and Water Utilities Authority (EWURA) eine provisorische Lizenz für Investition in Windenergie. Sie will ab 2014 100 MW ins Netz einspeisen. Die Wind EA ist Tansanias erste Firma für Windenergie. (DN 8.12.11; Guardian 8.12.11)