Aktuelles: Wirtschaft - 03/2017

Aus Tansania Information
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Ernteausfälle

Acht Regionen im mittleren und nördlichen Tansania verzeichneten unterdurchschnittliche Regenfälle; in den Regionen Arusha, Kilimanjaro und Manyara fiel bis Januar so gut wie kein Regen. Der Landwirtschaftsminister C. Tizeba gab bekannt, dass bis April etwa 1,2 Mill. Menschen in 55 Verwaltungsbezirken Nahrungsmittel-Hilfe benötigten. Dafür würden 35.500 t Lebensmittel bereitgestellt. Derzeit seien 118.603 Personen ohne Reserven und erhielten subventionierte Rationen (3.549 t). Für Landwirte, die nach verspätetem Regen ihre Felder bestellen, würden 1.969 t Saatgut von schnell reifenden Ernten wie Mais, Hirse und Süßkartoffeln) bereitgestellt. Die nationale Reserve reiche, um alle Ernteausfälle zu kompensieren. Die Preise stiegen, weil Händler Vorräte horteten und Nachbarländer verstärkt Nahrungsmittel aufkauften.

Ugandische Händler verkaufen jedoch in der Bukoba-Region große Mengen Mais an tansanische Kunden, die hohe Preise bezahlen. Im Chamwino-Distrikt, Dodomaregion verdoppelten sich die Maispreise. Bedürftige standen Schlange vor dem Büro ihres Abgeordneten, um Hilfe zu erbitten. Die dortige Bevölkerung baut nur zögernd die seit langem propagierten dürreresistenten Sorten an. Im Landesdurchschnitt stabilisierten sich die Getreidepreise: Mais liegt zwischen TZS 700 und 800 / kg. Reis verkaufte sich zu TZS 1.800 / kg mit fallender Tendenz.

Citizen 31.01.; 01.,18.02.17; DN 01.02.17; Guardian 01.,19.02.17

Eisenbahnen

Der chinesische Botschafter schätzte, Tansania habe bei aktuellen Infrastruktur-Investitionen ein Finanzierungsdefizit von $ 4,9 Mrd. Dies könne nicht allein durch Hilfen traditioneller Geberländer abgedeckt werden, die zudem laufend zurückgingen. China sei bereit, Tansania mit seinen Erfahrungen zu unterstützen und chinesische Firmen seien an Direktinvestitionen sehr interessiert. So könne das angestrebte Wirtschaftswachstum von 7% jährlich erreicht werden.

China beglückwünsche auch das portugiesisch-türkische Konsortium, das sich für den Bau der neuen Zentralbahn von DSM bis Morogoro (300 km für $ 1,215 Mrd., 30 Monate Bauzeit) qualifiziert hat. Für die verbleibenden 1.000 km von Morogoro nach Kigoma und Mwanza würden sich chinesische Firmen erneut bewerben. Die Strecke wird für Hochgeschwindigkeitszüge mit bis zu 160 km/ h ausgelegt (derzeit 30 km/h) und enthält sechs Zwischenhalte und sechs Ausweichstrecken. Die Fahrt von DSM nach Dodoma soll einstmals in 2,5 Stunden bewältigt werden.

Ein chinesisches Team unterstütze auch die tansanisch-sambischen Bemühungen, die bankrotte TAZARA-Bahn in Südtansania neu zu strukturieren und eine kompetente Betreibergesellschaft zu finden.

Citizen 04.,17.02.17; DN 04.02.17; Guardian 07.02.17

Kreditfragen

Die Regierung will in den nächsten fünf Jahren knapp $ 50 Mrd. investieren, wovon die Hälfte durch Kredite aufgebracht werden müsste. Daher bemüht sich die Regierung um eine offizielle Bonitätsbewertung, die internationale (harte) Anleihen ermöglicht. Dafür muss aber die unübersichtliche Verschuldung und Neustrukturierung von Staatsunternehmen wie dem Stromversorger Tanesco geklärt werden. Zur Zeit ist Tansania mit $ 19 Mrd. verschuldet (34% des BIP). Mit der Weltbank wurde ein weicher Kredit von $ 1,150 Mrd. für Strukturprojekte (Verkehr, Hafen DSM, Wasserversorgung, Bildung) vereinbart.

Tansanias Exporte von Fertigprodukten ging im vergangenen Jahr um $ 272,4 Mill. zurück. Dies hängt zusammen mit knapper Geldmenge und starker Zurückhaltung der Banken bei der Vergabe von Krediten. Diese wiederum wird verursacht von Präsident Magufulis Direktive, dass Staatsbetriebe kein Geld mehr bei privaten Banken anlegen dürfen. Der Prozentsatz von faulen Krediten stieg auf 9,5% an.

Citizen 26.01.; 01.,21.02.17; Guardian 19.02.17

Forderung an Deutschland

Verschiedene Abgeordnete forderten die Regierung auf, von der BR Deutschland eine offizielle Entschuldigung und Ausgleichszahlungen an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands von 1905 zu verlangen. Kenia hatte 2013 erreicht, dass Großbritannien mehr als 5.000 Kenianer entschädigte, die während des Mau-mau-Aufstands misshandelt worden waren. Auch die namibische Regierung habe Opfer der Nama/Herero-Rebellion entschädigt. Eine Delegation soll sich in Kenia und Namibia informieren.

Guardian 09.02.17