Aktuelles: Naturereignisse - 10/2016

Aus Tansania Information
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Sonnenfinsternis in Rujewa

Die Dörfer Rujewa (Region Mbeya) und Wanging'ombe (Njombe-Region) erlebten einen Besucheransturm als beste Beobachtungspunkte einer totalen Sonnenfinsternis am 1. September. Während Einige das Ende der Welt befürchteten, verdoppelten die Meisten ihre Preise für Essen, Übernachtung und Transport. Für die Schüler/innen standen 100 geschwärzte Gläser zur abwechselnden Beobachtung zur Verfügung. In den anderen Landesteilen war das Ereignis als partielle Verfinsterung zu beobachten.

Citizen 01.,02.09.16; DN 01.,02.09.16

Erdbeben in der Kagera-Region

Ein Erdbeben der Stärke 5,7 (Richterskala) erschütterte die Region um Bukoba am 10. Sept., das Stärkste seit 2007 (Arusha). 19 Menschen starben, 440 wurden verletzt. 2.063 Häuser wurden total 14.081 zum Teil zerstört, darunter 44 öffentliche Bauten und 10 Schulen. Die Regierung schätzt die Schäden auf TZS 95 Mrd. (€ 40 Mill.). Bevölkerung und Botschaften spendeten ca TZS 4 Mrd. für die Geschädigten. Die deutsche Botschaft versprach, eine zerstörte Grundschule in Bukoba wieder aufzubauen.

Andererseits erhöhten Vermieter sofort die Mietpreise, auch die Preise für Baumaterial zogen kräftig an. Die Kirchen verurteilten die Profitgier auf Kosten der Erdbebenopfer. Präsident Magufuli warnte potentielle Betrüger davor, sich unter dem Vorwand von Hilfsaktionen zu bereichern. Private Hilfe-Konten wurden verboten, zwei dubiose Bankkonten wurden beschlagnahmt. Viele Opfer, vor allem in ländlichen Gebieten warten noch auf staatliche Hilfe. Sie verzögert sich u.a., weil Fahrzeuge und Treibstoffvorräte von den vielen Ministern, Staatssekretären und Diplomaten beansprucht werden, die die Region besuchen. Der Abgeordnete von Bukoba-Stadt bemerkte maliziös, beim Verhindern der Oppositions-Demonstrationen habe die Regierung mehr Engagement und Effizienz gezeigt, als bei der Katastrophen-Hilfe. Demnächst soll die Armee mit Fahrzeugen und Baggern aushelfen.

Präsident Magufuli strich wegen des Erdbebens geplante Besuche in Sambia und New York (UN-Vollversammlung). Die Universität DSM soll lokale Berater ausbilden, die sich um Traumatisierte kümmern. Fachleute wiesen darauf hin, dass die Schäden wesentlich geringer ausgefallen wären, wenn für Erdbebengebiete geeignete Bauvorschriften bestünden und eingehalten würden. Mehrere Entwicklungspartner boten Beratung über beben-sicheres Bauen an. Das Land verfügt noch nicht über ein seismographisches Warnsystem in Echtzeit.

Citizen 11.,14.,20.09.16; DN 11.,12.,15.,18.,19.,20.,21.09.16; Deutsche Welle 12.09.16; Guardian 20.09.16