Aktuelles: Aussenbeziehungen - 12/2020

Aus Tansania Information
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Tansania-EU

Außenministerium und Medien reagierten nervös auf Berichte in sozialen Medien, wonach die EU wegen der Kritik an den tansanischen Wahlen Sanktionen gegenüber dem Land in Erwägung ziehe. Im auswärtigen Ausschuss des EU-Parlamentes war die Situation in Tansania diskutiert worden.

Der tansanische Botschafter in Brüssel erklärte, dass kein Beschluss über Sanktionen gefasst worden sei. Die Zeitung Citizen nutzte die Berichterstattung, um die Kritik an den Wahlen in Form von Zitaten von Ausschussmitgliedern noch einmal ausführlich wiederzugeben: keine fairen Bedingungen für die Opposition, Behinderung und Auftrittsverbote für Oppositionskandidaten, Überlegungen zur Umstrukturierung der EU-Mittel für Tansania.

Citizen 21.11.20

Tansania-Mosambik

Der tansanische Polizeikommandant Sirro traf sich in Mtwara mit seinem mosambikanischen Kollegen B. Rafael und besprach gemeinsames Vorgehen gegen islamistische Kämpfer, die Gebiete im Norden des Nachbarlandes kontrollieren und mehrfach Angriffe auf tansanische Grenzorte unternommen hatten. Sie vereinbarten eine gemeinsame Operation von Polizei und Militär beider Seiten sowie Austausch von Informationen. Von Oppositionspolitikern und Menschenrechtsgruppen wurden Besorgnisse laut, dass es hier zu Übergriffen und Gewalttaten gegenüber unbeteiligten Bewohnern kommen könnte.

Bei islamistischen Angriffen in den letzten Wochen wurden in Tansania 175 Gebäude niedergebrannt. Im Grenzdorf Kitaya sollen im Oktober 20 Menschen enthauptet worden sein, als etwa 300 Angreifer einen dortigen Militärposten attackierten.

Die mosambikanischen Al-Shabab (der arabische Ausdruck bedeutet „die jungen Leute“; es gibt keine Verbindung zur somalischen Al-Shabab) sind seit 2015 im mehrheitlich islamischen Nordmosambik aktiv und propagieren die Einführung islamischer Rechtsnormen im Kontrast zu den oft korrupten Behörden. Sie gingen seit Oktober 2017 zu bewaffnetem Kampf über, den sie mit der zweitägigen Besetzung der Hafenstadt Mocimboa da Praia einleiteten. Ihre Reihen sind seither durch Islamisten aus ganz Ostafrika verstärkt worden, unter denen sich auch viele Tansanier befinden. Schätzungsweise 2.000 Menschen sollen bei den terroristischen Angriffen und den Einsätzen des Militärs umgekommen sein, mehr als 400.000 Personen mussten ihre Wohnplätze verlassen.

Laut der mosambikanischen Presse sind in Tansania 516 Verdächtige inhaftiert, die nach Mosambik überstellt werden sollen. Unter ihnen sind Bürger von Mosambik, Tansania, Somalia, Uganda, Kongo, Ruanda und Burundi.

africareport.com 24.11.; Mwananchi 19.11.; Twitter Tanzania Updates 20.11:, Xinhua 23.11.20