African Union: United Nations Mission in Dafur (UNAMID) - 09/2013

Aus Tansania Information
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Am 13.7.13 griff eine große bewaffnete Gruppe die Patrouille der vereinigten friedenschaffenden Mission im Staat Süd-Darfur an, 25 km vom UNAMID-Hauptquartier entfernt. Die Angreifer töteten sieben tansanische Soldaten; 17 wurden verwundet, unter ihnen zwei Polizistinnen. Die Patrouille wurde von einer Entsatzeinheit gerettet. Nyala, die Hauptstadt Süd-Darfurs, und die Umgebung erlebten in letzter Zeit mehrere Attacken durch ehemalige Milizionäre.

Die UNAMID-Soldaten führten mehr als 140 längere und kürzere Patrouillen durch, um die Bevölkerung der Dörfer und die IDP-Lager zu schützen; sie geleiten auch kommerzielle und humanitäre Konvois. Seit Januar 2013 spielt diese Mission eine wichtige Rolle bei der Versorgung der von ethnischen Konflikten betroffenen Einwohner unterschiedlicher Gebiete. (Sudan Tribune 13.7.13)

Der Chief of Defence Forces berichtete: “Unsere Soldaten waren gezwungen, das Feuer zu erwidern, der Kampf war schwer und auf den Hilferuf hin schlossen sich Kameraden dem Kampf an, der zum Tod unserer sieben Soldaten und der Verletzung von 14 weiteren führte.” Die Soldaten geleiteten einen Konvoi militärischer Bobachter und Polizeiberater. (DN 23.7.13)

In einer Presseerklärung des Sicherheitsrates vom 14.7.13 heißt es: “Die Mitglieder des Sicherheitsrates verurteilen den Überfall unbekannter Angreifer auf eine UNAMID-Patrouille am 13.7.13, bei dem sieben tansanische ‘peacekeeper’ getötet, 17 ‘Friedenswächter’ und Polizeikräfte verletzt wurden, zwei davon schwer.” Tiefen Mitgefühls werden die Familien der Getöteten, die tansanische Regierung und die UNAMID versichert. Die Regierung des Sudan solle den Vorfall untersuchen und die Täter verurteilen. Angriffe auf oder Bedrohung der UNAMID seien inakzeptabel, sie dürften sich nicht wiederholen. (UN Press Release 15.7.13)

Der EU High Representative fordert die Regierung des Sudan auf, rasch gegen die Rebellen vorzugehen. Dies sei der dritte Angriff in drei Wochen. (DN 16.7.13)

Präsident Kikwete bat den sudanesischen Präsidenten, sicherzustellen, dass die Angreifer festgenommen und verurteilt werden. Der Präsident des Sudan versicherte Kikwete in einem Telefongespräch, er werde dafür sorgen, dass alle verurteilt werden, die am Überfall auf die tansanischen Soldaten beteiligt waren. (DN 19.7.13; Sabahi 23.7.13)

Die tansanische Regierung strebt ein robusteres Mandat für die Friedenserhaltung in Darfur an. “Wir wollen, dass unsere Soldaten in Darfur in der Lage sind, Gewalt anzuwenden, um Frieden zu erreichen und sich gegen weitere Überfälle durch Rebellen zu verteidigen”, erklärte ein Sprecher der Armee. Man habe Verbindung zur UNO aufgenommen. Seit Februar 2013 beteiligt sich Tansania mit einem Kontingent von 875 Soldaten an der Friedensmission. (Sabahi 15.7.13; Radio Dabanga 15.7.13)

Präsident Kikwete sagte, die Zeit sei gekommen, um die Methode, mit der wir in Darfur für Frieden sorgen, neu zu betrachten und die Art, auf die sich Friedenstruppen schützen. Die Zahl derer, die seit dem Einsatz des Militärs 2008 getötet wurden, stieg auf etwa 50. (Sabahi 23.7.13)

Die Tanzania People’s Defence Forces (TPDF) beauftragten ein Expertenteam mit der Untersuchung des Todes der sieben tansanischen Soldaten. In Khartoum und Darfur sollen sie mit Machthabenden über den Fall sprechen. (Sabahi 15.7.13; Forum on China-Africa Co-operation 15.7.13)

Am 20.7.13 wurden die getöteten tansanischen Soldaten von vielen Trauernden vom Flugplatz Dar-es-Salaams zum Lagalo Military Hospital begleitet. Später werden sie zu ihrem jeweiligen Heimatort gebracht und dort beigesetzt.

Als er zusammen mit den Trauernden den toten Soldaten im Hauptquartier der TPDF in einer fünf Stunden währenden Zeremonie die letzte Ehre erwies, erklärte Kikwete, trotz der Tragödie in Darfur würden sich die tansanischen Soldaten auch weiterhin an friedenserhaltenden Missionen beteiligen. “Unsere Soldaten genießen Dank eines hohen Maßes an Disziplin und harter Arbeit einen guten Ruf”, sagte er. (DN 22./23.7.13)