Aussenbeziehungen ‐ 09/2026

Aus Tansania Information
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GeoSecurity Forum

Ende Juli tagte die Sicherheitskonferenz für Ostafrika in Nairobi. Experten, Diplomaten und Gesetzgeber tauschten sich aus zu asymmetrischer Bedrohung, Gewaltextremismus und neuen Mitteln der Kriegsführung. Weil Kriminelle und Terroristen zunehmend digitale Möglichkeiten nutzen, sind insbesondere schwache Regierungen verletzbar. Thema ist außerdem der Umgang mit Protesten aus dem Inneren und deren Instrumentalisierung.

Vor der tansanischen Anwaltskammer hatte Präsidentin Hassan internationale Gremien beschuldigt, die Menschenrechte zu instrumentalisieren, um afrikanische Länder im Aufwärtstrend in ihrer Entwicklung zu blockieren.

EastAfrican, 08.08.2026, Chanzo, 17.08.2026

Uganda

Uganda hat gegenwärtig den Vorsitz bei der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC). Seit 20 Jahren versucht Präsident Museveni erfolglos, die EAC zu einem Gemeinwesen zu formen, doch die Partnerstaaten können sich offenbar nicht dazu durchringen, die Oberhoheit der EAC anzuerkennen. In einem neuen Ansatz liegt die Hoffnung nun auf einer Föderation von souveränen Staaten mit gemeinsamem Militär und Raumfahrtprogramm und in mit den Einzelstaaten ausgehandelten Wirtschaftsabkommen.

Am 5. und 6. August befand sich der ugandische Präsident Yoveri Museveni auf Staatsbesuch bei Präsidentin Hassan. Nachdem der Bau der Ostafrikanischen Rohöl-Pipeline (EACOP) fast erfolgreich zum Abschluss gebracht ist und der nigerianische Unternehmer Aliko Dangote mit Kenia einig geworden ist, seine ostafrikanische Raffinerie in Lamu (700.000 Barrel/Tag; Arbeitsbeginn 2030) zu errichten, soll die bisherige Energiepartnerschaft zwischen Uganda und Tansania, die sich bisher vor allem auf den Export von Rohöl richtete, weiter aufgewertet werden und nun verstärkt Veredelung und Industrieentwicklung (Produktion von Düngemitteln und Kunststoffen) in den Blick nehmen. Ein Vertrag zwischen Uganda National Oil Company (UNOC), Tanzania Petrolium Development Corporation (TPDC) und Vitol Bahrain EC will den EACOP-Energiekorridor mit Pipelines für Öl und Gas in beide Richtungen, Lagerung und Raffinerie erweitern. Im Zentrum steht außerdem der Bau einer Raffinerie in Tanga (200.000 Barrel/Tag) als Ergänzung zu der in Hoima entstehenden Raffinerie (60.000-Barrel/Tag; Arbeitsbeginn 2030). Entsprechende Machbarkeitsanalysen sind in Gang gesetzt und werden noch dieses Jahr erwartet. Die Investitionssumme soll bei 20 Mrd. $ liegen und das Projekt bis 2036 abgeschlossen sein.

Mehr als 20 NGOs befürchten, dass die Entwicklung von Tanga zum Energieknotenpunkt auf Kosten von Mangrovenwäldern, Fischerei und Korallenriffen erfolgen wird. Das fast abgeschlossene Projekt EACOP habe bisher keine sozialen und Umweltkosten berücksichtigt.

Citizen, 07.08.2026, EastAfrican, 08./22.08.2026

DR Kongo

Beim Besuch des kongolesischen Präsident Tshisekedis auf Sansibar am 17. und 18. August vereinbarten er und Präsidentin Hassan konkrete Maßnahmen für den weiteren Ausbau des Zentralkorridors: Anpassung des Hafens in Dar es Salaam, Modernisierung der Binnenhäfen Kigoma und Kalemie am Tanganjikasee, weiterer Ausbau der Normalspurbahn und Schaffung eines Glasfaserkabel-Backbones. Auch eine noch engere Verteidigungs- und Sicherheitskooperation sind Bestandteil des Pakets. Außerdem soll eine Wiederbelebung einer bereits früher existierenden Kommission erfolgen, um Handels- und Investitionshemmnisse schneller abbauen zu können.

ChimpReports.com, 18.08.2026, AllAfrica, 19.08.2026

Südafrika

Die südafrikanische Regierung hatte den 30. Juni als Termin festgelegt, zu dem alle illegalen Immigranten aus anderen afrikanischen Staaten, das Land verlassen sollten. Eine zweite Frist wurde für den 30. September festgelegt. In der Zwischenzeit kam es zu afrophobischen Übergriffen, insbesondere auf Kleinunternehmer. Am 27. August organisierte die tansanische Regierung einen Flug, um 173 Tansanier, von denen viele seit Jahrzehnten in Südafrika lebten, zurückzuholen.

Chanzo, 27.08.2026