Umwelt ‐ 01/2026
Wasser in Dar es Salaam
Stadtbezirke in Kinondoni, Upper Mbezi, Ubungo und Tabatahaben haben seit mehreren Wochen kein Wasser und sind auf das überteuerte Angebot von Straßenverkäufern angewiesen. Ein unhaltbarer Zustand. Das Leben ohne zuverlässige Wasserversorgen sei eine Qual, erklärt eine Anwohnerin. Vertreter von Dar es Salaam Water and Sanitation Autority (DAWASA) führen den Wassermangel auf den wegen verspätetem oder ausgebliebenem Regen gefallenen Wasserpegel des Ruvu Rivero Staudamms zurück. Ruvu-Wasser dürfe nun nicht mehr zur Bewässerung genutzt werden und werde ausschließlich in die Wohngebiete geleitet, so der DAWASA-Vertreter. Außerdem lege man Brunnen an, doch die Situation sei weiterhin kritisch, räumte er ein.
Kinyerezi hat seit einem Monat kein Wasser. in den Stadtteilen Kimara, Ubungo, Mwenge, Msasani, Masaki, Tabata und Kisarawe wird rationiert. Wasserverkäufer nehmen je nach Ort und Zeit 60-100.000 TZS für 600 Liter. In Kinyerezi kosten 100 Liter mehr als eine Familie für einen Tag zum Leben braucht. Der Wassermangel ist Folge des Stadtwachstums von 4,4 Mio. (2012) auf fast 7 Mio. heute. Eines der Probleme sind Leckagen, Vandalismus und illegale Entnahmen. Eine unsichere Versorgung ist die Norm, nicht die Ausnahme. Der Ruvu, die Hauptwasserversorgung der Stadt, befindet sich aktuell auf dem niedrigsten Pegel. Die Bevölkerung muss sich aus Teichen und ungesicherten Brunnen versorgen, trotz der damit verbundenen Gesundheitsrisiken.
Guardian, 08./18.12.2025