ELCT gegen FGM

In Manyara und Arusha ist Female Genital Mutilation (FMG) mit 43 % vertreten, im Rest des Landes mit durchschnittlich 8 %. Die Regierung habe sich auf die Fahnen geschrieben, FGM auf unter 5 % zu drücken und letztlich ganz zu eliminieren. Die ELCT sehe sich in der Pflicht, mit ihrer Aufklärungskampagne alle zu erreichen, ohne Unterschiede bei Religion oder Ethnizität zu machen. Die ELCT-Projektleiterin für Waisen und schutzlose Kinder, Vailet Mollel, sieht politische und religiöse Vorsteher in der Pflicht, auf die Einhaltung der Gesetze und internationaler Konventionen hinzuwirken. Per Gesetz würden Personen, die FGM an unter-18-Jährigen durchführten, mit 5-15 Jahren Gefängnis bestraft. Sie müssten Mädchen in ihren Zuständigkeitsbereichen vor FGM schützen. In Manyara und Arusha sei FGM so weitverbreitet, dass Gesundheitsdienste kaum noch unverstümmelte Frauen behandelten, so die für die Entwicklung der Region zuständige Beamtin, Anna Fisoo.

Guardian, 05.08.2026

Katholische Bischöfe

Am 10. August empfing Präsidentin Hassan eine Delegation katholischer Bischöfe unter der Führung von Bischof Wolfgang Pisa, dem Präsidenten der Tanzania Episcopal Conference (TEC) – das erste Treffen nach monatelangen, noch nie dagewesenen Spannungen zwischen Regierung und katholischer Kirche aufgrund der Toten bei der Wahl. Das schlechte Verhältnis zur katholischen Kirche hatte sogar dazu geführt, dass Außenminister Mahmoud Thabit Kombo im Januar Papst Leo XIV. aufgesuchte. Die Begegnung wurde einerseits als Auftakt zum Dialog positiv bewertet, andererseits rief sie empörte Kommentare in der Öffentlichkeit hervor, in denen die TEC des Verrats bezichtigt wurde.

Ujasusi, 15.08.2026

Museum der afrikanischen Befreiungsbewegungen

Die Regierung stellt eine Mrd. TZS bereit, um in Kongwa bei Dodoma ein Forschungszentrum und Museum für afrikanische Befreiungsbewegungen zu errichten, so Regierungssprecher Gerson Msigwa. In Kongwa befand sich ein Camp, das in der Zeit der afrikanischen Befreiungsbewegung Freiheitskämpfer aus verschiedenen Ländern aufnahm. Ursprünglich hatte Präsident Nyerere das Camp südafrikanischen Freiheitskämpfern zur Verfügung gestellt. Auf dem dortigen Friedhof seien Angehörige sowohl des gegenwärtigen südafrikanischen Präsident Cyril Ramaphosa als auch von Nelson Mandela beerdigt.

Guardian, 25.08.2026

Millennials und Gen Z

Zwischen Millennials (geboren zwischen 1981 und 1996) und Gen Z (geboren zwischen 1997 und 2012) gibt es in Tansania große Unterschiede. Der digitale Background lässt die Gen Z ungeduldiger sein, das traditionelle Warten auf die gute Gelegenheit ist für sie keine Option. Ähnlich verhält es sich für sie auch im Zusammenhang mit Beziehungen: Wenn es nicht läuft, dann kommt die Trennung. Millennials hingegen glauben nicht an Abkürzungen – geduldiges Beharren zahle sich zuletzt aus und erschaffe Stabilität. Die wirtschaftlichen, technischen und sozialen Umstände bildeten sich in den Generationen ab, so die Soziologin Faudhia Mfaume von der University of Dar es Salaam. Beide seien für die Gesellschaft wertvoll, denn die eine Generation steht für Innovation und die anderen für Erfahrung. Erforderlich zwischen ihnen sei der Dialog, um das Ausbrechen von Konflikten zu verhindern.

Citizen, 26.08.2026

Mange Kimambi

Die tansanische Aktivistin mit amerikanischem Pass und Wohnort in Los Angeles hat Meta als Betreiber von Facebook und Instagram verklagt. Sie wirft dem Konzern vor, eine amerikanische Bürgerin in den USA auf Veranlassung einer ausländischen autoritären Regierung vom Netz genommen zu haben. Außerdem habe der Konzern Tansaniern eine bedeutende Informationsquelle zum Wahlverlauf genommen, mit der Kimambi auch internationale Aufmerksamkeit auf die Zustände in Tansania gelenkt habe. Meta hatte die Accounts von Mange Kimambi blockiert und den Zugang zum Instagram-Account der tansanischen Aktivistin Maria Sarungi Tsehai in Tansania beschränkt. Kimambi hatte mit ihrem ersten Instagram-Account bis 2024, als er abgeschaltet wurde, 7,8 Mio. Follower erreicht. Mit nachfolgenden Accounts hatte sie gleichfalls mehrere Millionen Menschen erreicht. Metas Transparenzregeln lassen keinen Zweifel daran, dass die tansanische Regierung den Konzern im Zusammenhang mit der Wahl 2025 aufgefordert hatte, den Zugang zu den drei Instagram-Accounts zu beschränken, ansonsten würden Instagram und Facebook in Tansania abgeschaltet. Meta rechtfertigte sich mit der Notwendigkeit „regionaler Regelbefolgung“.

Kimambi geht es mit ihrer Klage nicht um Schadensersatz. Sollte Kimambi mit ihrer Klage erfolgreich sein, dann würde der wichtige Präzedenzfall den Konzern zukünftig daran hindern, sich hinter „regionaler Regelbefolgung“ verstecken zu können.

AfricaReport, 26.08.2026, Chanzo 31.08.2026