Wirtschaft ‐ 02/2026

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EACOP

Die Rohölpipeline von Hoima in Westuganda zur Hafenstadt Tanga ist zu 79 % fertiggestellt, so Energieminister Deogratius Ndejembi bei einer Pressekonferenz, die er gemeinsam mit seiner ugandischen Kollegin Ruth Nankabirwa in Dar es Salaam am 5. Januar abhielt. Das Projekt solle im Juli 2026 zum Abschluss kommen und Arbeitsplätze für 10.000 Tansanier schaffen. Von den sechs geplanten Pumpstationen befänden sich vier in Tansania. Verabredet sei der Bau einer Raffinerie mit einer Kapazität von 60.000 Barrel Öl/Tag, doch sei der Vertrag noch nicht unterzeichnet. Die übrigen 190.000 Barrel Rohöl sollen in Tanga gelagert und ab Oktober 2026 exportiert werden. Weitere gemeinsame Energieinfrastrukturprojekte der beiden Länder seien in Planung.

Citizen, 06.01.2026, EastAfrican, 09.01.2026

Wirtschaftswachstum

Die Tansanische Zentralbank behält zur Förderung des Wirtschaftswachstums den Referenz-zinssatz unverändert bei 5,75 % bei. Allerdings müsse sich die Inflation im Bereich von 3-5 % befinden. In den zurückliegenden beiden Jahren hatte sie bei um die 3 % gelegen. Das Wirtschafts-wachstum sei bei 5,9 % projektiert und werde vor allem von Landwirtschaft, Bergbau und der Bauwirtschaft erwirtschaftet.

Reuters, 08.01.2026

Investitionshemmnisse

Aus Kommentaren von Michael Coudrey (amerikanischer Investor und CEO bei Tova Farms) und Amne Suedi Kagasheki (Honorarkonsul der Schweiz auf Sansibar): Für das Jahr 2025 verzeichnet Tansania Investitionsprojekte im Wert von 10,5 Mrd. $, wobei die größten Investoren aus China und den Vereinigten Arabischen Emiraten stammen. Die USA hätten die Möglichkeit und das Interesse, weit größere Summen zu investieren, dies jedoch scheitere vor allem an zwei Faktoren. Der erste sei, dass Land nicht gekauft werden könne, sondern gepachtet werden müsse. Pachtland aber könne nicht beliehen werden. Das zweite große Hemmnis seien die sich überschneidenden Buchprüfungen verschiedener Regierungsinstanzen und die hieraus entstehenden administrativen Lasten. Sie hinterließen den Eindruck, dass man Investoren per se nicht traue. In entwickelten Wirtschaften seien Steuerprüfungen die Ausnahme und erfolgten nur, wenn es Gründe für die Annahme gebe, dass Steuern hinterzogen würden. Jährliche und mehrfache Überprüfungen als Mittel der zusätzlichen Steuererhebung untergrüben das Vertrauen von Investoren. Die neue Tanzania Investment and Special Economic Zones Authority (TISEZA) müsse für Investoren bei allen Fragestellungen der einzige Ansprechpartner sein, eine zeitnahe Lösung von Problemen bewirken und sich gegebenenfalls als Vermittler für Investoren einsetzen. Auch Landerwerb, egal ob durch Pacht oder Kauf, müsse vollständig über die TISEZA laufen. Investoren sollten nicht zeitaufwändig mit Dorfgemeinschaften, schon gar nicht mit der Steuerbehörde oder mit anderen Institutionen verhandeln müssen. TISEZA müsse von Anfang bis Ende für den gesamten Prozess zuständig sein, um eine Systematisierung und Verschlankung des administrativen Prozesses zu bewirken. Und zuletzt: Die Regierung dürfe sich nicht in die Preisgestaltung einmischen – der Avocadoexport liefere hier ein abschreckendes Beispiel. Interne tansanische Unstimmigkeiten zwischen Steuereintreibung und Investmentförderung müssten beigelegt und dürften nicht länger auf dem Rücken von Investoren ausgetragen werden. Wenn die TISEZA und das Finanzamt nicht mehr gegeneinander arbeiteten, sondern an einem Strang zögen, könne auch der mit 60 % sehr große informelle Sektor schrumpfen.

Die Kommentare kommen jetzt, weil das TISEZA das frühere Tanzania Investment Centre (TIC) ersetzen soll und die Umsetzung der Vision 2050 geplant wird.

Citizen, 08.01.2026

Normalspurbahn

Das die Umwelt schonende Transportmittel ist nun selbst vom Extremwetter durch den Klimawandel betroffen. Am 31. Dezember zerstörte Starkregen wichtige Infrastruktur entlang der Strecke (Unterspülung von Brückenanschlüssen) Dodoma – Morogoro und die Bahn musste ihren Betrieb vorübergehend einstellen, nicht zum ersten Mal. Passagiere regten sich mehr auf über die fehlende Transparenz hinsichtlich der Ursachen, als über die Verzögerung.

Chanzo, 02.01.2026, EastAfrican, 24.01.2026

Bodenschätze

Am 21. Januar fanden in Dodoma Gespräche zwischen dem Minister für Mineralien Antony Mavunde und US-Chargé d’Affaires Andrew Lentz über den Graphitabbau sowie die geologische Kartierung des Landes statt (bisher zu 16 % kartiert, geplant bis 2030: 50 %). Die USA hoffen, ihren Graphitbedarf für Verteidigung und Energiewandel nach den chinesischen Seltene-Erden-Exportkontrollen unter anderem in Tansania decken zu können. Bisher sind Lager in den Regionen Mtwara und Lindi bekannt. Tansanias Pflege der Partnerschaft mit den USA, so Lentz, könne sich positiv auf die derzeit seit dem 04.12.2025 laufende Überprüfung der bilateralen Beziehung zwischen den Ländern auswirken.

Tansania versucht derzeit, Bodenschätze zur Verbesserung seines schlechten diplomatischen Status zu nutzen. Bei der republikanischen Lobbyagentur Ervin Graves Strategy Group hat Tansania zu diesem Zweck einen 24-Monate-Vertrag unterschrieben. Botschafter Lazaro Nyalandu hält sich zwischen 20.-23. Januar zum weiteren Klinkenputzen in Washington auf.

Chanzo, 21.01.2026

Während der Internationale Strafgerichtshof an einem Dossier zu den Wahl-Massakern arbeitet, investiere Präsidentin Hassan Steuergelder (45.000 $, eine andere Quelle, Panafrican Visions, nennt 1,08 Mio. $) in eine republikanischen Lobbyagentur, um internationale Imagepflege zu betreiben und Tansania von seinem gegenwärtigen Pariastatus zu befreien.

AfricaIntelligence, 16.01.2026, AfricanReport, 27.01.2026, PanafricanVisions, 19.01.2026

LNG

In London gab am 26. Januar Staatsminister im Präsidentenbüro Kitila Mkumbo bekannt, dass noch vor Juni Equinor und Shell, mit Exxon Mobil und Tansanias TPDC als Juniorpartnern, eine Vereinbarung für den Bau jener Gasverflüssigungsanlage im Wert von 42 Mrd. $ unterschreiben würden, die man schon seit vielen Jahren verhandele. Gemeinsam mit dem benachbarten Mosambik könnte die ostafrikanische Region als LNG-Exportzentrum für Asien etabliert werden. Der Produktionsbeginn sei ab Mitte der 2030er Jahre geplant und solle 100.000 Arbeitsplätze schaffen. Die einhergehenden erforderlichen Infrastrukturprojekte wolle man mit dem Verkauf von Goldreserven finanzieren.

Reuters, 26.01.2026

Gold

Am 26. Januar teilte Planungs- und Investitionsminister Kitila Mkumbo in London mit, dass die Präsidentin die Bank of Tanzania (BoT) angewiesen habe, einen Teil der Goldreserven im Wert von 1,3 Mrd. $ zu verkaufen, um Infrastruktur zu finanzieren und so die ausgesetzten Fördergelder, etwa 156 Mio. € durch die EU, auszugleichen. Seit 2023 hatte Tansania Gold von Kleinschürfern aufgekauft und will jetzt von den hohen Preisen profitieren. Die BoT bestreitet geplante Verkäufe.

Bloomberg News, 27.01.2026, Guardian, 31.01.2026