Innenpolitik ‐ 03/2026

Aus Tansania Information
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Finanzjahr 2026/27

Geplant Ausgaben von 61,93 Bill. TZS (24,29 Mrd. $), größter Haushalt in Tansanias Geschichte und erhöht um 10 % im Vergleich zum Vorjahr. Steuereinnahmen sicherten 2025/26 72,6 % der geplanten Ausgaben (Kenia: 85,8 %, Uganda: 51,9 %), um Wachstum zu stimulieren, Humankapital zu stärken und soziale- wie Umweltentwicklung zu stärken, so Finanzminister Khamis Mussa Omar. Interessant: Geplant ist die Etablierung eines National Sovereign Wealth Fund, gefüllt aus Einnahmen durch Bodenschätze wie Öl, Gas, Gold u.a. Die Schuldenaufnahme wird mit 15,24 Bill TSH geringfügig höher liegen als im vorhergehenden Zeitraum. Projektiertes Wirtschaftswachstum von 5,9 auf 6,3 %

Reuters/Citizen, 03.02.2026

Nationales Wassernetz

Die Einrichtung eines nationalen Wassernetzes gehört zu den Wahlversprechen der Präsidentin und beinhaltet die Einspeisung von verlässlichen Wasserquellen in ein Netzwerk, von dem vor allem unterversorgte Regionen profitieren. Hauptquellen sollen Viktoria-, Tanganyika- und Malawisee sowie die Hauptflüsse Rufiji und Ruvuma sein. In der Planung und unter Berücksichtigung auch abgelegene Orte sei die Wasserleitung vom Viktoriasee über Singida nach Dodoma abgeschlossen, so Wasserminister Jumaa Aweso: Nun erfolge die Beauftragung von Firmen mit der Umsetzung.

Guardian, 03.02.2026

Mwanza

In einem Video verspricht ein maskierter Mann der Bevölkerung, sie mit seiner Rebellengruppe Tanzania Freedom Fighters (TFF) vor Übergriffen wie am 29.10. 2025 zu beschützen. Er beschuldigt die Polizei der Komplizenschaft mit der CCM. Im Oktober 2025 hatte es bereits ein ähnliches Video mit einem „Captain Tesha“ gegeben, der die Armee zum Umsturz aufgerufen hatte.

Chanzo, 05.02.2026

DIRA 2050

Die nationale Entwicklungsstrategie sei eine ehrgeizige Vision mit sorgfältiger Planung und Budgetierung, doch fehlten unabhängige und glaubwürdige Kontrollmechanismen sowie eine Nachverfolgung der Umsetzung, Überprüfung der Ergebnisse und Durchsetzung von Korrekturen, so die Bedenkenträger während einer Parlamentsdebatte zum Thema. Der Abgeordnete für Makete Festo Sanga gibt zu bedenken, dass Projekte ins Stocken geratene könnten, wenn es keinen Rahmen für Monitoring and Evaluation gebe. Die Folge seien Geldverschwendung und Frustration der Bevölkerung. Derweil würde mit neuen Projekten begonnen. Tansania habe mit dem Auditor General bereits gute Erfahrung gemacht. Für Entwicklungsprojekte müsse es eine vergleichbare Instanz geben, insbesondere im Hinblick auf die avisierte hohe Beteiligung der Privatwirtschaft. Sie könnte auch Sorge dafür tragen, dass lokale Firmen gleichberechtigt einbezogen würden.

Chanzo 04.02.2026, Citizen, 05..02.2026

100 Tage

Neue Jobs, Jungunternehmerförderung, Krankenversicherung, die Freigabe von in Krankenhäusern zurückgehaltenen Verstorbenen wegen unbezahlter Rechnungen u.a. wiesen in eine gute Richtung. Gewartet werde noch auf Schritte zur nationalen Versöhnung, Rückkehr zur 4R-Philosophie sowie für die zugesagte Verfassungs- und politische Reform. Bakwata-Generalsekretär Sheikh Nuhu Mruma und Bischof William Mwamalanga vom National Committee of Bishops and Sheikhs äußerten Sorge über die bisher fehlenden Maßnahmen in diese Richtung und gaben zu bedenken, dass ein sichtbarer Start des Verfassungsprozesses die nationale Einheit fördere. Zivilgesellschaftliche Organisationen und Parteien brachten sich mit ähnlichen Verlautbarungen zu Gehör.

Citizen, .11.2.2026

Korruption

Laut Transparency International ist Ruanda das am wenigsten korrupte Land Ostafrikas. Allerdings liegt es gemeinsam mit Botswana im Gesamtranking auf Platz 41 (mit 58 %). In seiner Vision 2050 strebt Ruanda an, Afrika im Kampf gegen die Korruption anzuführen. Insgesamt ist die Region südlich der Sahara die in der Korruptionsbekämpfung rückständigste Region. Tansania befindet sich mit 40 % im Gesamtranking auf dem 84. Platz, Kenia mit 30 % auf dem 130., Uganda mit 25 % auf dem 148., DR Kongo mit 20 % auf dem 163. und Burundi mit 17 % auf dem 167. Platz. Die beste Korruptionsbekämpfung des Kontinents leisten die Seychellen (68 %) und die Kapverden (62 %), die Schlusslichter sind Sudan, Eritrea, Somalia und Südsudan. Weltweit geht das Engagement für Korruptionsbekämpfung zurück. Das 8. Jahr in Folge befindet sich Dänemark auf Platz 1 (89 %).

EastAfrican, 14.02.2026

Flüchtlinge

Die EU investiert 81,2 Mio. € in den Kampf gegen die humanitäre Katastrophe in der Region der Großen Seen vor allem in der östlichen DR Kongo. Corneille Nangaa, Führer der Congo River Alliance (AFC), dem politischen Arm der M23, gibt an, die „dramatische und katastrophale“ humanitäre Krise gebe es nur in den von der DR-Kongo gehaltenen Gebieten. AFC/M23 hindere humanitäre Dienste nicht am Zugang zur hilfsbedürftigen Bevölkerung.

Das UNHCR zeigt sich besorgt über die „erzwungene“ Rückführung burundischer Flüchtlinge aus Tansania. Seit 2015 gebe es mehr als 0,5 Mio. burundische Flüchtlinge in den Nachbarländern; im Dezember 2025 hielten sich mehr als 140.000 von ihnen in Tansania auf. 17.000 von ihnen (u.a. Oppositionspolitiker und Militärangehörige) geben an, Verfolgung zu erwarten, und wollten deshalb nicht zurück. Im Zuge der Rückführung würden Unterkünfte abgerissen und Flüchtlinge misshandelt, so Bahia Egeh vom UNHCR am 24. Februar. Das Flüchtlingslager in Nduta solle im März geschlossen werden, deshalb versuchen die Flüchtlinge nach Nyarugusu zu gelangen, das dem Zustrom nicht gewachsen sei. Das UNHCR hatte im Herbst 2025 mit Ruanda und Tansania die Rückführung von 3000 Flüchtlinge/Woche ausgehandelt. Im Januar und Februar 2026 seien aber mehr als 26.000 aus Tansania nach Burundi zurückgekehrt, in der zurückliegenden Woche allein 8.000 und damit weit mehr als vereinbart. Die Rückführung wirke wie eine Vertreibung.

EastAfrican, 27.02.2026